Berner Gemeinderat will autofreie Kornhausbrücke erst 2030 testen
Der Berner Gemeinderat legt die Pläne für eine autofreie Kornhausbrücke auf Eis. Ein entsprechender Pilotversuch kommt für ihn frühestens 2030 infrage – vor allem wegen anstehender Grossbaustellen in der Stadt.

Der Gemeinderat beantragt dem Stadtrat deshalb, die Frist für den Begründungsbericht zu einer Motion bis Mitte 2030 zu verlängern. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Antrag hervor.
Der Stadtrat hatte im April 2024 einen Vorstoss von Nora Joos (GB/JA) und Michael Ruefer (GLP) gutgeheissen, der eine Sperrung der Kornhausbrücke für den motorisierten Individualverkehr verlangt. Ausnahmen soll es unter anderem für das Gewerbe und Menschen mit eingeschränkter Mobilität geben.
Die neunmonatige Sperrung der Brücke während der Sanierung 2025 gab der Debatte zusätzlichen Auftrieb. Im Mai 2026 stellte der Gemeinderat einen Pilotversuch in Aussicht.
Nun will er vorerst darauf verzichten. Zunächst sollen die Erfahrungen mit der im Sommer angepassten Verkehrsführung am Kornhausplatz ausgewertet werden.
Die baulichen Massnahmen ermöglichen Velofahrenden neu eine direkte und vortrittsberechtigte Einfahrt auf den Platz. Erste Erfahrungen seien grundsätzlich positiv, schreibt der Gemeinderat. Allerdings seien weitere Verbesserungen nötig.
Mehrere Grossprojekte
Zudem müsste ein Pilotversuch mit den Sanierungen der Nydegg- und der Untertorbrücke abgestimmt werden. Erst nach deren Abschluss, voraussichtlich 2030, käme eine Sperrung infrage.
Auch weitere Grossprojekte wie die Sanierung der Postgasse und die Umgestaltung von Bären- und Waisenhausplatz könnten die Verkehrsführung beeinflussen.






