Wie meistern GC und der FCZ die Herausforderungen?
Die Super League startet am Wochenende in die neue Saison. Sowohl der FCZ mit Marcel Koller als auch GC mit neuer Besitzerin stehen vor happigen Aufgaben.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Super League startet am Wochenende, GC und FCZ spielen beide auswärts.
- Der FCZ hat mit Marcel Koller den erfahreneren Trainer als GC.
- GC verlor mehrere Leistungsträger, der FCZ verstärkte sich bislang kaum.
Kaum ist die WM zu Ende gegangen, steht bereits die neue Super-League-Saison vor der Tür.
Von den beiden Stadtzürcher Klubs steigt als erstes der Grasshopper Club ins Rennen, der sich am Samstag, 25. Juli, um 18 Uhr auswärts gegen Lausanne Sport misst.
Tags darauf tritt dann der FC Zürich um 16.30 Uhr gegen St. Gallen ebenfalls auf fremdem Boden, im Berit Sitterstadion, an.
Unterschiedliche Ausganslage
Die Erwartungen sind sowohl bei GC wie beim FCZ nach der für beide völlig missratenen letzten Saison gleich: Sich wieder nach oben orientieren.
Unterschiedlich dürften jedoch die Chancen für dieses Vorhaben sein, denn der FC Zürich weist zumindest auf dem Papier ein stärkeres Kader auf als sein lokaler Konkurrent.

Das fängt beim Trainer an. Während GC mit Peter Zeidler wohl in der Relegation gegen Aarau den Abstieg knapp vermeiden konnte und der 64-jährige Deutsche zuvor zwischen 2018 und 2024 mit St. Gallen immerhin Vizemeister und Cupfinalist wurde, ist das Renommee des neuen FCZ-Coaches Marcel Koller wesentlich grösser.
Schweizer Meister mit St. Gallen und GC, Schweizer Cupsieger mit Basel, Bundesligaaufstieg mit Bochum, EM-Teilnahme mit Österreich plus diverse Titel mit dem ägyptischen Klub al Ahly.
Kein Wunder, wird der 66-jährige Schwamendinger hinter vorgehaltener Hand als Heilsbringer angesehen, der – ausgerechnet – als ehemaliges GC-Urgestein den FCZ wieder auf Vordermann bringen soll.
YB-Goalie Lindner beerbt Yanick Brecher
Dafür steht Koller im Tor neu der von YB ablösefrei übernommene ehemalige österreichische Nationalgoalie Heinz Lindner zur Verfügung, der Yanick Brecher beerbt.
Letzterer hatte seine Position als langjährige Nummer Eins schon in der vergangenen Saison an Silas Huber verloren, wollte sich künftig nicht mit der Rolle als Ersatzgoalie begnügen und beendete seine Aktivkarriere.

Daneben verliessen auch Ivan Cavaleiro (Luanda), Cheveyo Tsawa (Brügge) sowie die zuvor ausgeliehenen Nelson Palacio (Real Salt Lake City) und Matthias Phaëton (ZSKA Sofia) den Klub. Bei Stürmer Philippe Kény stehen die Zeichen ebenfalls auf Abschied.
Neu verpflichtet wurden neben Lindner bislang einzig Offensivkraft Kevin Spadanuda (von Luzern). Dennoch weist das FCZ-Kader genügend Erfahrung und Qualität auf, um es zumindest in die Championship Group der besten sechs Teams zu schaffen.
Wer ersetzt Asp Jensen?
Das wäre beim Grasshopper Club schon fast ein kleines Wunder. Dessen Kader ist nach den Abgängen von Jonathan Asp Jensen und Lovro Zvonarek (beide FC Bayern München II, Leihende) und Mouhamed El Bachir Ngom (AA Gent) arg geschwächt, wobei die weiteren Abgänge von Michael Frei, Dirk Abels, Nicolas Glaus, Florian Hoxha (alle Vertragsende und noch vereinslos) sowie Emmanuel Tsimba (leihweise zu YB), Salifou Diarrassouba (leihweise zu Rapperswil) und Torhüter Laurent Seji (Lausanne-Ouchy) noch nicht einmal gross mitbetrachtet werden.

Hinzu kommt die Vertragsauflösung am letzten Freitag mit Verteidiger Sven Köhler. Immerhin gelang den Hoppers auf der Goalieposition mit der Verpflichtung von Marvin Hübel vom FC Aarau ein kleiner Coup.
Zudem konnte das 18-jährige Nachwuchstalent Dominik Papic mit einem Vertrag bis Ende Saison 2029/30 an den Klub gebunden werden.
Fakt bleibt jedoch, dass das Team von Peter Zeidler sehr jung und ziemlich unerfahren ist. Ausser Amir Abrashi (36), der von den neuen GC-Mehrheitsbesitzern der Bridge Football Group und Zeidler zu einer weiteren Saison als Aktiver überredet werden konnte, sind gerade noch Oscar Clemente, Allan Arigoni (beide 27) und Maximilian Ullmann (30) im gestandenen Fussballeralter. Die übrigen Spieler sind (deutlich) jünger.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt der Stadt Zürich» erschienen.












