Vor 25 Jahren wurde das alte Berner Wankdorfstadion gesprengt

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Bern,

Vor 25 Jahren legten 23 Kilogramm Sprengstoff das alte Berner Wankdorfstadion in Schutt und Asche. Es wich einem multifunktionalen Neubau, der heute längst zum Berner Alltag gehört.

Sprengmeister Marco Zimmermann vor der Sprengung des Wankdorfstadions Anfang August 2001. (Archivbild)
Sprengmeister Marco Zimmermann vor der Sprengung des Wankdorfstadions Anfang August 2001. (Archivbild) - KEYSTONE/EDI ENGELER

«Fünf, vier, drei, zwei, eins, zünden», gab der Sprengmeister am 3. August 2001 das Kommando, dann knallten innert Sekunden die sechs Sprengladungen wie geplant. In majestätischer Langsamkeit knickten drei der vier rund 50 Meter hohen Flutlichtmasten ein und fielen Richtung Spielfeld. Das 110 mal 23 Meter grosse Dach der Haupttribüne sank in sich zusammen.

Nachdem sich der aufgewirbelte Staub etwas gelegt hatte, ging ein Raunen durch die rund 4000 Zaungäste: einer der Flutlichtmasten war stehen geblieben und hatte sich der Sprengkraft widersetzt.

Nachdem zuerst einige Ratlosigkeit geherrscht hatte, konnte der Mast schliesslich von einem Bagger umgerissen werden. Der Mast war beim Bau mit stärkeren Armierungseisen versehen worden als die übrigen Expemplare. Dies war aus den Bauplänen, die die Sprengmeister im Vorfeld konsultiert hatten, nicht hervorgegangen.

Ausser bei den Zaungästen auf der Berner Allmend stiess die Wankdorf-Sprengung auch bei den Medien auf riesiges Interesse. Insgesamt berichteten gegen 100 Journalisten über die Sprengung, darunter Teams aus Deutschland. Dort genoss das alte Stadion so etwas wie Kultstatus.

1954 wurde die deutsche Fussball-Nationalelf im alten Wankdorfstadion erstmals Weltmeister, der überraschende Sieg gegen Ungarn ging als «Wunder von Bern» in die Fussballgeschichte ein.

2005 ging die neue Heimarena der Berner Young Boys in Betrieb. «Stade de Suisse» sollte das neue Bauwerk zunächst heissen, was aber in der Berner Bevölkerung geharnischte Reaktionen provozierte, bis hinauf in Regierungskreise. Immerhin als Namenszusatz musste «Wankdorf» her – basta.

Während die Berner das Stadion rasch ins Herz schlossen, blieben sie beim Namenskompromiss «Stade de Suisse Wankdorf» weiterhin kühl. Doch sie mussten sich bis 2020 gedulden.

Erst dann machte der Kauf von Namensrechten durch ein Berner Biotech-Unternehmen die Rückkehr zum alten Namen «Wankdorfstadion» möglich. Ein kleines Stück des alten Stadions ist übrigens auf dem Vorplatz noch immer erhalten: die ehemalige Stadion-Uhr von Longines.

Im Wankdorfstadion finden auch Konzerte statt. Dort haben bereits Künstler wie Robbie Williams, Bon Jovi, Bruce Springsteen oder Elton John aufgespielt.

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