Gegen die Hitze: Berner Hausbesitzer sollen mehr Bäume pflanzen!
Die Hitze setzt Bern zu. Nun wollen zwei Stadträtinnen mehr Begrünung auf Privatgrund. Eigentümer sollen mit zusätzlichen Bäumen helfen, die Stadt abzukühlen.

Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Berner Stadträtinnen wollen mehr Begrünung auf privaten Grundstücken gegen die Hitze.
- Eine Anfrage soll zeigen, wie Eigentümer diesbezüglich besser motiviert werden können.
- Als Vorbild nennen sie Zürich, wo Private Unterstützung für Begrünungsprojekte erhalten.
Derzeit rollt eine weitere Hitzewelle über die Schweiz. Vielerorts heisst es Schwitzen bei Temperaturen über 30 Grad.
Besonders die Städte ächzen unter den hohen Temperaturen, da sich die Hitze dort staut. Viel Asphalt und Beton speichern tagsüber die Sonnenwärme und kühlen in der Nacht nur langsam wieder ab.
Deshalb ist das Thema Begrünung von Städten präsenter denn je – auch in Bern.
Nun machen zwei Stadträtinnen mit einem politischen Vorstoss Druck. Debora Alder-Gasser (EVP) und Natalie Bertsch (GLP) haben kürzlich eine «Kleine Anfrage» eingereicht. Sie wollen wissen, wie privater Grund künftig besser begrünt werden kann.
Die beiden verweisen darauf, dass die Klima- und Energiestrategie der Stadt Bern bereits konkrete Massnahmen zur Begrünung öffentlicher Räume und städtischer Liegenschaften vorsieht. Beim Privatgrund sehen sie jedoch noch grosses Potenzial. Dieser werde in der Strategie nicht ausdrücklich behandelt.

«Die Begrünung von Städten hat vielerlei positive Effekte. Sie trägt nicht nur zu höherer Lebensqualität, verbesserter Luftqualität, sondern auch ganz direkt zum Klimaschutz bei», schreiben die beiden Politikerinnen in ihrer Anfrage.
Zudem seien Bäume ein wichtiges Instrument, um Städte an den Klimawandel anzupassen. Sie würden nicht nur Schatten spenden, sondern könnten durch ihre Verdunstungsleistung die gefühlte Temperatur um mehrere Grad senken.

Zur Untermauerung ihres Anliegens verweisen Alder-Gasser und Bertsch auf Erkenntnisse der ETH. Demnach sollten neben der Begrünung von öffentlichem Raum und grossen Flächen wie Hausfassaden auch auf privaten Grundstücken viel mehr Bäume gepflanzt werden.
Stadt Zürich als Vorbild
Mit ihrer Anfrage wollen die Stadträtinnen deshalb erfahren, wie die Stadt Bern die Begrünung auf Privatgrund heute bereits fördert. Zudem fragen sie, mit welchen konkreten Massnahmen Privateigentümerinnen und Privateigentümer dazu motiviert werden können, Bäume so zu pflanzen, dass diese ihre optimale Wirkung für die Klimaanpassung entfalten.
Denn: Werden Bäume am falschen Ort gepflanzt, könnten sie ihre gewünschte Wirkung verfehlen oder diese sogar negativ beeinflussen.
Als mögliches Vorbild nennen die beiden die Stadt Zürich. Dort wurden die «Asphaltknackerinnen» mit einem festen Beratungsmandat für Private betraut. Zudem unterstützt das Programm «Stadtgrün» seit 2024 Massnahmen von Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern für ein besseres Stadtklima.
Der Ball liegt nun beim Berner Gemeinderat, welcher Antworten auf die Fragen von Alder-Gasser und Bertsch liefern muss.








