Schweizer Nati

    Schweizer Nati – Tami: «Wenige Talente an andere Länder verloren»

    Mathias Kainz
    Mathias Kainz

    Basel,

    Zwei Zukunftshoffnungen geben der Schweizer Nati für andere Länder einen Korb. Direktor Pierluigi Tami bleibt dennoch gelassen.

    Schweizer Nati Pierluigi Tami
    Pierluigi Tami, Direktor der Schweizer Nati, will dass das Yakin-Team gegen schwierige Teams brilliert. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Schweizer Nati kämpft gegen die Abgänge von Doppelbürgern aus den U-Nationalteams.
    • Mit Eman Kospo und Leon Avdullahu verlor man zuletzt zwei Top-Talente an andere Länder.
    • Nati-Direktor Pierluigi Tami stellt aber klar: Es müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein.

    Gleich zwei grosse Talente sind der Schweizer Nati in den vergangenen Wochen durch die Finger gerutscht: Eman Kospo läuft in Zukunft für Bosnien auf, Leon Avdullahu entschied sich für den Kosovo. Und auch um Albian Hajdari gibt es – trotz eines Länderspiel-Einsatzes für die A-Nationalmannschaft – Kosovo-Gerüchte.

    Sollte ein Spieler, der die Nation wechselt, die Ausbildung zurückbezahlen müssen?

    Nati-Direktor Pierluigi Tami sieht den SFV aber nicht in einer Doppelbürger-Krise. «Wir haben das in der Vergangenheit erlebt, und werden solche Situationen auch in der Zukunft erleben. Wir können es immer besser machen. Aber 70 Prozent unserer Nationalspieler sind Doppelbürger – nicht alle können für die A-Nati spielen.»

    Eman Kospo Schweizer Nati
    Im Nachwuchs der Schweizer Nati war Eman Kospo sogar Captain. Künftig läuft er für Bosnien auf. - SFV

    Die SFV-Verantwortlichen, auch Nati-Trainer Murat Yakin, würden die Spieler regelmässig bei ihren Klubs besuchen. Man wolle den Spielern Vertrauen geben, ihnen die Chance auf Aufgebote geben. Und es gebe auch Einzelgespräche mit den Profis, so Tami. «Aber beim SFV gibt es Kriterien, die die Spieler erfüllen müssen», so der Nati-Boss.

    Identifikation mit der Schweizer Nati als Kriterium

    Dazu zähle nicht nur, dass ein Spieler überhaupt das Niveau für die Mannschaft mitbringen müsse. «Das zweite Kriterium sind unsere Werte: Wenn sich ein Spieler nicht mit dem Nationalteam identifiziert oder keine Freunde hat, ist es schon erledigt. Und der dritte Punkt ist das Bewusstsein beim Spieler, und die Geduld», so Tami.

    «In der Schweiz gibt es vielleicht auf einer Position im Moment grosse Konkurrenz», so Tami, wohl mit Blick auf Avdullahu. «Das bedeutet vielleicht, dass du etwas länger brauchst. Wenn eines dieser Kriterien nicht passt, dann ist es besser, wenn man getrennte Wege geht. Wir respektieren das», so Tami.

    Leon Avdullahu Schweizer Nati
    Leon Avdullahu hat der Schweizer Nati abgesagt und läuft lieber für den Kosovo auf. - keystone

    Man wolle in der Schweizer Nati eben Spieler, die auch für die Schweiz spielen wollen. «Und wenn ich zurückblicke: In den letzten 20 Jahren, wie viele Spieler haben gewechselt, die für unsere A-Nationalmannschaft ein Mehrwert gewesen wären? Ich habe viele von ihnen trainiert, aber es waren ein oder zwei, vielleicht drei», so Tami.

    Keine Hoffnung auf Rückendeckung der FIFA

    «In 20 Jahren haben wir wirklich wenige Talente an andere Nationen verloren», so der Nati-Direktor weiter. Aber viele Doppelbürger in der aktuellen Schweizer Nati hätten sich eben für die Schweiz entschieden. Zudem arbeite man seit vier Jahren mit einem Talentmanager und dem Projekt Futuro aktiv an der Zukunft von jungen Nati-Hoffnungen.

    Schweizer Nati Murat Yakin
    Murat Yakin, Trainer der Schweizer Nati, hatte sich um Leon Avdullahu intensiv bemüht. - keystone

    Dass sich FIFA oder Uefa einschalten, um die Investitionen in Nachwuchs-Nationalspieler zu schützen, glaubt Tami nicht. «Grosse und wichtige Verbände wären mit uns froh, wenn wir die Regeln ändern könnten. Frankreich, England, Deutschland – sie wären dabei. Aber es gibt viele Länder, die keine solche Änderung wollen», gibt Tami zu.

    Kommentare

    User #3694 (nicht angemeldet)

    Wetten, Yakin lässt Embolo und Widmer von Anfang an ran und setzt Muheim auf die Bank?

    User #6108 (nicht angemeldet)

    Hoffentlich kapiert ein jeder der spielen wird, das dieses Spiel gewonnen werden muss und es nicht eine Blamage geben darf wie gestern die Deutschen kassierten, auch wenns geil war!

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