Renato Steffen

    Renato Steffen: Nati-Flügel sorgt mit Interview-Aussagen für Wirbel

    Matthias Neuhaus
    Matthias Neuhaus

    Lugano,

    Seit gut einem halben Jahr läuft Renato Steffen (31) für den FC Lugano auf. So richtig angekommen scheint der Nati-Spieler im Tessin aber (noch) nicht.

    Renato Steffen
    Renato Steffen spielt seit Sommer 2022 für den FC Lugano. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Renato Steffen (31) kommt beim FC Lugano bisher nicht auf Touren.
    • Im Interview mit dem «Corriere del Ticino» spricht der Nati-Flügel über seine Situation.
    • Mit seinen deutlichen Aussagen sorgt der Angreifer im Tessin für Wirbel.
    • Heute Samstag trifft Steffen mit Lugano auswärts auf YB (20.30 Uhr).

    Im letzten Sommer kehrt Renato Steffen in die Super League zurück. Nach viereinhalb Jahren bei Wolfsburg in der Bundesliga unterschreibt er beim FC Lugano einen Vertrag bis 2025.

    Renato Steffen
    Renato Steffen (r.) im Einsatz für den FC Lugano. - keystone

    Seither absolviert der 29-fache Nati-Spieler 16 Spiele für die «Bianconeri», erzielt dabei drei Tore. Aufblühen kann Steffen bisher jedoch kaum. Wirklich angekommen scheint er im Tessin bisher nicht.

    Das unterstreicht ein Interview, welches der Angreifer kürzlich gibt. Im Gespräch mit dem «Corriere del Ticino» äussert sich Renato Steffen offen über seine momentane Situation. Und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.

    «Mir geht es nicht sehr gut»

    Auf die Frage, ob es ihm gut gehe, antwortet der Fussballer: «Sagen wir mal, ich bin okay. Meine Nackenprobleme haben sich in den letzten Wochen verbessert, aber ich habe immer noch Hüftbeschwerden. Alles in allem würde ich sagen, dass es mir nicht sehr gut geht.»

    Das ist die körperliche Komponente. Allerdings gibt es offenbar auch «einige, ganz allgemeine Dinge», welche Steffen auf dem Herzen liegen. Er fühle sich «unvollständig», sagt er.

    Die Situation löst bei Steffen eine Art Frustration aus. Als ehemaliger Bundesliga- und aktueller Nati-Spieler wird beim FC Lugano viel von ihm verlangt. Zu viel?

    Die Kritik, welche er zuletzt einstecken musste, bezeichnet Steffen als «nachvollziehbar». Allerdings bekräftigt der 31-Jährige: «Man kann nicht von mir allein erwarten, dass ich die Mannschaft zum Sieg führe, so einfach ist das nicht.»

    Renato Steffen wünscht sich mehr Unterstützung

    Steffen erweckt mit seinen Aussagen den Eindruck, dass er in der Mannschaft noch nicht richtig integriert ist. «Vieles dreht sich um deine Teamkollegen, ob sie dich so akzeptieren, wie du bist. Und da gibt es Widerstände. Ich will ein Leader sein, aber ich will mich nicht verbiegen.»

    Renato Steffen
    Renato Steffen (l.) im Duell mit YB-Verteidiger Kevin Rüegg. - keystone

    Er wisse, dass er kein einfacher Spieler im Umgang ist, so Steffen. «Im Laufe der Jahre bin ich teilweise ruhiger geworden, ich atme ein paar Mal mehr durch. Aber ich bin nach wie vor nicht sehr formbar.»

    Trauen Sie Renato Steffen mit dem FC Lugano einen Platz unter den Top 3 zu?

    Wenn die Menschen um ihn herum verstehen, wie sie mit ihm umgehen müssen, dann könne er wirklich viel geben. «Ich brauche nur ein wenig Verständnis, in jeder Hinsicht. Von Zeit zu Zeit brauche ich auch Hilfe und Unterstützung. Und wenn ich merke, dass ich sie nicht bekomme, dann werde ich sehr sauer», sagt Steffen.

    Lugano-Sportchef unterstellt Zeitung «Übersetzungsfehler»

    Mit seinem Interview schlägt Renato Steffen im Tessin hohe Wellen. Luganos Sportchef Carlos da Silva behauptet, dass dem «Corriere del Ticino» bei der Übersetzung des Gesprächs Fehler unterlaufen seien. Diese hätten den Ton von Steffens Aussagen verändert.

    Die Vorwürfe weist die Zeitung entscheidend zurück.

    Sportlich geht es für Renato Steffen und den FC Lugano heute Samstag weiter. Die Tessiner treten um 20.30 Uhr auswärts bei Leader YB an.

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