Täglich berichten wir über die Highlights im nationalen und internationalen Sport-Geschehen. Doch wie sportlich ist das Nau.ch-Sportteam eigentlich?
Nau.ch
Wieviel sportliches Talent versteckt sich auf der Nau.ch-Sportredaktion? - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Nau-Sportreaktoren berichten in der Altjahreswoche von ihren sportlichen Leistungen.
  • Zum Profi hat es bislang keiner geschafft.

Von einer Profi-Laufbahn auf dem Fussballplatz haben auf der Nau.ch-Sportredaktion wohl fast alle geträumt. Gekommen ist es anders – trotzdem wird an dieser Stelle von den Karriere-Highlights berichtet. Und immerhin: Einer von uns übt seinen Sport in der höchsten Schweizer Liga aus!

Matthias Neuhaus (27)

«Nach einigen Jahren als YB-Junior bin ich 2012 zu meinem Stammverein, dem FC Konolfingen zurückgekehrt. Die eher rustikale Spielweise im Amateurfussball kommt mir (und meinen körperlichen Voraussetzungen) definitiv entgegen.»

Dario Lezcano
Dario Lezcano hatte sein Trikot leider schon einem Zuschauer versprochen. Dafür gab es dann für mich (Nummer 21) später jenes von Sally Sarr.
Matthias Neuhaus
Matthias Neuhaus

«Seit 2014 mischt der FCK die interregionale 2. Liga auf. Mein bisheriges Highlight: Das Cup-Spiel gegen den grossen FC Luzern im August 2014. Über das Resultat möchte ich nicht sprechen. Nur so viel: Freuler, Schneuwly, Lezcano & Co. waren dann doch etwas zu stark.»

Pascal Moser (27)

«Es hätte wohl für eine Profi-Karriere gereicht, wären die anderen Spieler bei YB nicht besser gewesen als ich. Nach anderthalb Jahren in der Fribourger 2. Liga schnüre ich heute wieder für meinen Stammklub FC Schwarzenburg (Berner 3. Liga) die Schuhe.»

Pascal Moser
Pascal Moser (untere Reihe, vierter Spieler von rechts) zu seiner YB-Zeit. Auch auf dem Foto: Matthias Neuhaus (untere Reihe, vierter Spieler von links).
Pascal Moser
Auch im Trikot von Kantons-Rivale Thun existieren Schnappschüsse von Moser .
Pascal Moser
Pascal Moser

«Obwohl die Frisur aerodynamischer geworden ist, hat meine Geschwindigkeit – im Gegensatz zu meinem Gewicht – etwas abgenommen. Doch wer zwei gleich starke Füsse gepaart mit dieser Technik hat, der wird wohl noch lange auf höchstem Niveau im unbezahlten Amateurfussball brillieren. Das kann (nicht mein) Trainer Böhlen sicher bestätigen…»

Micha Zbinden (44)

«Es läuft die letzte Minute im Inter-B-Schweizermeisterfinal 1993, ehe Gerardo Seoane der 4:3-Siegestreffer für den FCL gelingt. Es tut mir noch heute weh, besser wurde es aber nicht mehr. Ich war jahrelang YB-Junior und diese Finalpleite der Höhepunkt meiner Karriere.»

Micha
Nau.ch-Chefredaktor Micha Zbinden im YB-Trikot.
Micha
Trotz der Final-Niederlage gegen Gerardo Seoane ist der Inter-B-Final das Highlight.
Micha Zbinden
Micha Zbinden

«Talentiert hin oder her: Der frühe Wechsel in den Journalismus war durchaus vernünftig… Es kamen dann später noch ein Meistertitel in der Alternativliga dazu und ein paar Tore in der 3. Liga. Meine Fussballschuhe habe ich soeben an den Nagel gehängt, weil beim FC Breitenrain die Veteranen aufgelöst wurden. Es waren immer alle verletzt.»

Christoph Böhlen (35)

«Im Fussball habe ich so ziemlich alles gewonnen, was man national und international gewinnen kann. Ob Champions League, zig Meistertitel in Norwegen oder einen Aufstieg aus der Serie C in die Serie B – die Visitenkarte ist prall gefüllt. Der Haken an der Sache: Das Zocken des «Football Manager»-Spiels ist kein anerkannter Beruf…»

Böhli
Christoph Böhlen (mittlere Reihe, Dritter von links) als Trainer in Konolfingen....
Böhli
Klein-Böhlen als Junior vor vielen, vielen Jahren (und vielen, vielen Kilos).
Christoph Böhlen
Heute ist Christoph Böhlen stellvertretender Sportchef bei Nau.ch.

«Selber habe ich bis zu den A-Junioren die Schuhe für den FC Allmendingen geschnürt. Talent war in höchst homöopathischen Dosen vorhanden, von einer grossen Karriere war nie zu träumen. Dafür startete ich bereits mit 18 meine Laufbahn als Trainer. Mittlerweile bin ich in der 15. Saison als Coach angekommen – seit 2019 stehe ich in der 3. Liga beim FC Konolfingen an der Linie. Mit den Jahren wurde der eine oder andere Aufstieg (und auch Abstieg) im persönlichen Palmarès verewigt. Ganz so reibungslos wie hinter dem Bildschirm läuft es aber eher selten.»

Mathias Kainz (28)

«Fussballerisch waren ein paar Auftritte in der Schülerliga das Höchste der Gefühle – 1,76 Meter an einem guten Tag waren für die Torhüter-Ambitionen schlicht zu wenig. Und auch motorsportlich beschränken sich die eigenen Erfolge auf ein paar schnelle Runden bei freundschaftlichen Kart-Events.»

Kainz
Mathias «Formel Kainz» Kainz in seinem Element.
...und hier (vermutlich) ohne Rennhandschuhe.
...und hier (vermutlich) ohne Rennhandschuhe.

«In den Worten meines (erheblich schnelleren) Landsmanns Alexander Wurz: Irgendwann ist einfach das Talent ausgegangen. Immerhin reicht es noch für den einen oder anderen Sieg bei einem Simracing-Event.»

Peter Pflugshaupt (51)

«Nach der Juniorenzeit beim FC Muri-Gümligen spielte ich in den 1990er-Jahren als Stürmer bei Canarias Bern bis in der 3. Liga. Ich verbrachte meine «Karriere» in der Nähe der Offside-Linie und war einigermassen torgefährlich, aber etwas «lauffaul». Im heutigen schnellen Fussball wären Spieler, wie ich einer war, chancenlos.»

Pege
Zum Verwechseln ähnlich: Kubilay Türkilmaz (links) und Peter Pflugshaupt.
Peter Pflugshaupt
Peter Pflugshaupt

«Später als Sportjournalist hatte ich leider keine Zeit mehr für den Clubfussball – inzwischen habe ich wesentlich mehr Spiele von der Pressetribüne im Stadion aus verfolgt, als ich selber auf dem Rasen gestanden habe – absolvierte aber noch ein paar «Länderspiele» mit der Journalisten-Nationalmannschaft. Als Höhepunkt in einem Spiel gegen Italien an der Seite von Kubilay Türkyilmaz (Bild) in einem Zweimann-Sturm.»

Andrea Schüpbach (27)

«Zwei Spiele, ein Tor, zwei Gelbe Karten. Meine Bilanz beim FC Schwarzenburg in dieser Saison ist ernüchternd. Hartnäckige Adduktoren-Verletzungen oder – ich gebe es ja (ungern) zu – die eine oder andere Sperre bremsen mich in meiner Karriere immer wieder aus. In der Rückrunde will ich aber wieder voll angreifen.»

Ändu
Andrea Schüpbach beim Abschluss-Training...
Ändu
... oder im Trainingslager (obere Reihe, erster Spieler von rechts). Übrigens: Redaktions-Kollege Moser (untere Reihe, erster von rechts) ist hier auch dabei.
Ändu
Der grösste Karriere-Erfolg: Der Aufstieg mit Schwarzenburg in die 3. Liga.
Auf der Redaktion ist Schüpbach bisher noch ohne Karten ausgekommen.
Auf der Redaktion kommt Andrea Schüpbach meist ohne Karten aus.

«Wenn fit, bilde ich zusammen mit Kollege Moser die wohl gefürchtetste Flügelzange der Berner 3. Liga. Den Verein wechselte ich in 20 Jahren Amateur-Fussball nur einmal: Mit 15 Jahren von den Rüschegg-Junioren zum (damaligen) Lokal-Rivalen Schwarzenburg. So ganz verziehen hat man mir den Transfer nie.»

Yannick Zimmermann (23)

«Ja, es gibt sie, die Nicht-Fussballer in der Sportredaktion von Nau.ch. Sie sind klar in der Unterzahl, aber durchaus erfolgreich. Während meinen Kollegen der Sprung in eine höchste Schweizer Liga leider verwehrt blieb, ist er mir auf dem legendären Parkett der MUR in Thun gelungen. Ich spiele seit gut 15 Jahren Unihockey beim UHC Thun, habe im Club sämtliche Juniorenstufen durchlaufen und bin nun seit 2017 Teil der ersten Mannschaft.»

Yannick Zimmermann
Jubeln kann er, der Yannick Zimmermann...
Yannick Zimmermann
Yannick Zimmermann

«Mittlerweile habe ich über 100 Spiele in der NLA absolviert. Zu einer Playoff-Qualifikation hat es uns während dieser Zeit leider noch nie gereicht. Die grössten Emotionen erlebten wir in den Playouts und Auf-/Abstiegsspielen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.»

Nick Mäder (23)

«Als Knirps versuchte ich mich bis zu den D-Junioren noch als 10ner, der gelegentlich am kreativen Offensiv-Spiel und einigen Toren beteiligt war. Später reichte es bei den Junioren des FC Thuns dann maximal noch als (unter)-durchschnittlicher Defensiv-Spieler, der ab und zu mal an einem Eigentor beteiligt war.»

Nick Mäder
Kopfball-Ungeheuer Nick Mäder (links) im Einsatz für den FC Münsingen...
Nick Mäder
Nick Mäder

«Seit dem Wechsel zurück zum Stammverein FC Münsingen spiele ich als Innenverteidiger, der gerne einen diagonalen Ball zur Eckfahne (oder weiter) spielt, den Kopf aber eigentlich lieber als den Fuss benützt und sich über genervte Stürmer freut, die sich über ein «hartes, aber faires» Tackling beklagen.»

Mischi Wettstein

«Angefangen hat meine Karriere toll, als E-Junior trainierte ich nämlich schon beim FC Basel. Nur sah leider niemand in mir einen neuen Johan Cruyff – und ich wurde quasi zur «Sichtung» an den FC Gundeldingen ausgeliehen… Dort war übrigens auch Peter Nadig dabei, der später mit dem FC Luzern Meister wurde und den Cup gewann. Mir wurde bald klar, dass ich nicht sein Format habe. Bei einem Meisterschaftsspiel gewannen wir gegen Kaiseraugst mit 17:4. Ich erzielte zwar gleich vier Treffer – doch bei Nadig waren es halt deren 12! Somit war er dreimal besser als ich – und das kommt ungefähr hin, wenn nicht sogar mehr.»

Mischi Wettstein
Mischi Wettstein in Rotblau...
Mischi
...und beim FC Telegraph (untere Reihe, erster von Rechts).
Mischi Wettstein
Heute ist Mischi Wettstein Fussball-Chefreporter bei Nau.ch.

«Auch bei der nächsten Station beim SC Binningen wähnte ich mich fünf Minuten vor der grossen Karriere. Der Juniorenobmann fuhr nämlich extra nach Zürich zu meinen Grosseltern, wo ich das Wochenende verbrachte. Dort holte er sich meine Unterschrift zum Vereinswechsel persönlich ab. Vor dem ersten Hallenturnier in Rorschach war ich so nervös, dass ich kaum schlafen konnte. Wahrscheinlich ahnte ich da bereits, dass wir dieses Turnier gewinnen würden. Nach dem Triumph war ich stolz wie Anton – doch auch in Binningen hatte es mehrere Jungs, die einfach besser waren.»

Mischi Wettstein
Der Beweis: Die Siegermedaille vom Hallenturnier in Rorschach. - zVg

«Folglich verlagerte ich meine Karriere zuerst ins Pub, wechselte zum FC Telegraph. Dort wurde zwar auch Fussball gespielt, aber nicht nur. Wir hatten es untereinander extrem lustig und gesellig. Jahre später, nach mehreren Umzügen und dem einen und anderen Verein dazwischen, zog ich noch den letzten Joker, um regelmässig zu spielen. Beim Firmen-Fussball trat ich als Sponsor auf. Unser tolles Team hiess Burlington Sport. Dort war ich nebenbei auch Captain und trug die Nummer 10. Die Aufstellung erstellte ich fünf Minuten vor Anpfiff. Nach einer Roten Karte wegen Meckerns, notabene nach meiner Auswechslung, wurde mir klar: Es ist Zeit, die Schuhe an den Nagel zu hängen. Und heute macht es mir unheimlich Spass, bei fast 100 Spielen im Jahr die Super- und Challenge League genau unter die Lupe zu nehmen.»

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