Hat SFV-Präsi bei Schalke die Spieler ausspioniert?
Goalie Ralf Fährmann packt in seinem neuen Buch über seine Schalke-Zeit aus. Zwei Schweizer Fussball-Grössen tauchen darin wenig schmeichelhaft auf.

Das Wichtigste in Kürze
- Ex-Schalke-Goalie Ralf Fährmann veröffentlicht im Oktober seine Biografie.
- Darin verdächtigt er den heutigen SFV-Präsidenten Peter Knäbel, Spieler belauscht zu haben.
- Auch Trainer Christian Gross wird im Buch auf die Schippe genommen.
«Schalke und ich – eine Liebesgeschichte»: So heisst das Buch, mit dem Ex-Schalke-Goalie Ralf Fährmann (38) im Oktober auf den Markt kommt.
Gemeinsam mit seinem Berater Stefan Backs blickt der 38-Jährige auf über zwei Jahrzehnte bei den Königsblauen zurück. Auf Instagram verspricht er Geschichten, «die niemand kennt».

Erste Auszüge sorgen bereits für Gesprächsstoff. So schreibt Fährmann laut «Bild» etwa, dass Weltmeister Manuel Neuer früher eng mit der Schalker Ultraszene verbunden gewesen sei. Doch auch der Schweizer Fussball kommt im Buch vor.
Peter Knäbel unter Lausch-Verdacht
Im Fokus steht Peter Knäbel. Der heutige SFV-Präsident arbeitete von 2018 bis 2024 auf Schalke, zuletzt als Sportvorstand. Bei den Spielern hatte er offenbar einen speziellen Ruf.
Knäbel sei stets lautlos durch die Gänge geschlichen, schreibt Fährmann. Weil seine Bürotür immer offen stand, hätten die Spieler vermutet, er wolle mithören.
Für noch mehr Misstrauen sorgte sein Sakko. Dieses tauchte jeden Tag an einem anderen Ort auf: mal bei den Physios, mal in der Kabine, mal im Kraftraum.
Knäbel habe von Vergesslichkeit gesprochen. Die Mannschaft glaubte an einen Trick. Laut Fährmann sagt das viel über das Verhältnis zu ihm aus.
Knäbel selbst kann darüber lachen. Gegenüber «20 Minuten» spricht er von einer «sehr amüsanten Anekdote». Er lasse sie «im Sinne der Dichtung» gerne so stehen.
Christian Gross: Visitenkarten statt Prämie
Weniger gut weg kommt auch Christian Gross. Der Schweizer trainierte Schalke 2021 glücklos. Fährmann beschreibt ihn als herzlichen Menschen, der aber nicht mehr in die heutige Zeit passe.

Als Belohnung für das Weiterkommen im DFB-Pokal versprach Gross den Spielern einst je fünfzig persönliche Visitenkarten. Die Reaktion war ernüchternd: Viele hätten gar nicht gewusst, was das überhaupt ist.
















