Granit Xhaka nicht mehr dabei: Wer übernimmt im Nati-Mittelfeld?
In Abwesenheit von Captain Granit Xhaka muss Murat Yakin das Mittelfeld der Schweizer Nati umstellen. Nau.ch hat zwei klare Favoriten für den freien Platz.

Das Wichtigste in Kürze
- Granit Xhaka fehlt der Schweizer Nati nach dem Bekanntwerden seines Impf-Betrugs vorerst.
- Murat Yakin muss im Zentrum kurzfristig eine Alternative für die Nations-League-Spiele finden.
- Wer füllt die Xhaka-Lücke? Nau.ch hat zwei Wunschlösungen – und eine «Notlösung» in petto.
Granit Xhaka, der am Sonntag seinen 34. Geburtstag feiert, wird der Schweizer Nati beim ersten Nach-WM-Zusammenzug fehlen: Nach dem Auffliegen seines Impf-Betrugs hat sich der Nati-Captain zumindest vorübergehend aus dem Team von Murat Yakin zurückgezogen.
Den Nati-Trainer stellt das vor ein kompliziertes – und vor allem unerwartetes – Problem: Xhaka ist seit Jahren der unverrückbare Dreh- und Angelpunkt im Zentrum der Schweizer Nati. Mit weniger als zwei Wochen Vorlaufzeit muss Yakin jetzt eine Alternative finden.

Aber wer könnte den Xhaka-Posten im Zentrum übernehmen? Nau.ch hat zwei glasklare Vorschläge – und eine wilde Idee als «Notlösung» parat …
Christoph Böhlen, Sportchef
«33 Länderspiele hat Fabian Rieder (24) bereits auf dem Konto. Seit Anfang 2025 kommt der Ex-YB-Spieler nur in drei Nati-Spielen nicht zum Einsatz. Auch an der WM 2026 gehört der Berner zum Stammpersonal.
Das zeigt: Murat Yakin steht auf Rieder – und weiss, dass er sich auf ihn verlassen kann. Bislang setzt der Nati-Coach den polyvalenten Mittelfeldspieler vor allem in Offensiv-Rollen ein. Doch Rieder kann es auch auf der Sechs, was er seit letzter Rückrunde jede Woche unter Beweis stellt.

Seit Manuel Baum im letzten Dezember beim FC Augsburg übernommen hat, geht es mit den Fuggerstädtern aufwärts. Der zuvor abstiegsgefährdete FCA verpasst den Europapokal nur knapp. In dieser Saison belegt er nach vier Spielen Platz 4.
Diese Leistungen sind eng mit Fabian Rieder verknüpft: Der Schweizer spielt bei Augsburg auf der Doppelsechs und hat sich mit seinen Leistungen auch als Führungsspieler etabliert: In der laufenden Saison führt er den Bundesligisten in allen Partien als Captain aufs Feld.

Und als Bonus: Trotz defensiverer Rolle hat Rieder bereits einen Treffer und drei Assists auf dem Konto.
Wir fassen zusammen: Führungsspieler, Stammspieler in einer Top-Liga, aktuell in Topform – und dazu noch mit Qualitäten in der Defensive und Offensive. Das sind mehr als genügend Argumente, warum Murat Yakin morgen Fabian Rieder zum Xhaka-Ersatz ernennt.»

Mathias Kainz, Sportredaktor
«In der Haut von Murat Yakin möchte ich aktuell nicht stecken: Das über Jahre erprobte taktische Gerüst seiner Nati-Ära steht und fällt weitgehend mit Granit Xhaka. Jetzt plötzlich auf den langjährigen Nati-Captain verzichten müssen, das ist keine einfache Aufgabe.
Zum Glück gibt es im Kader eine bärenstarke Alternative für die Position neben Remo Freuler – nämlich Ardon Jashari. Der 24-Jährige hat bereits elf Länderspiele auf seinem jungen Buckel und ist ohnehin der ‹Kronprinz› des Nati-Leitwolfs Granit Xhaka.

Natürlich gilt es zu beachten, dass Jashari bei der AC Milan aktuell kaum zum Einsatz kommt. Hinter dem scheinbar ewig jungen Luka Modric ist das aber keine Schande. Im Gegenteil: Wenn Jashari die Chance bekommt, brennt er mit Sicherheit darauf, sich auch für Milan zu präsentieren.
Und falls Yakin sich nicht auf Jashari als ‹Mini-Xhaka› verlassen will – wie wäre es mit einer System-Umstellung? Die Nati spielt zweimal gegen Nordmazedonien, dazu gegen Schottland und Slowenien. Ohne Übermut – das sind vier Spiele, in denen die Yakin-Elf klar in der Favoriten-Rolle ist.

Yakin könnte etwas riskieren und sich mit einem 4-1-2-1-2 anstelle des gewohnten 4-2-3-1 versuchen. Will heissen: Routinier Remo Freuler als alleiniger Sechser, dafür vorne eine Doppelspitze mit Nati-Neuling Winsley Boteli und Offensiv-Allrounder Johan Manzambi. Das wäre doch mal unterhaltsam …»

















