FC Basel

FC Basel: Der Double-Erfolg hat alles verzerrt

Yannick Stay
Yannick Stay

Basel,

Der FC Basel unterliegt Thun und verliert die Berner Oberländer tabellarisch zunehmend aus den Augen. Dabei haben die Basler keinen unüblichen Punkteschnitt.

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Es läuft aktuell nicht beim FCB. Im Bild: Andrej Bacanin. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der FC Basel droht, sämtliche Saisonziele zu verpassen.
  • Doch waren diese nach dem Double-Erfolg von Anfang an überhaupt realistisch?
  • Eine statistische Analyse liefert die Antwort.

Gerade mal wenige Wochen ist das Fussballjahr 2026 alt, da steht der FC Basel bereits mit dem Rücken zur Wand. 13 Zähler fehlen in der Super League auf die Spitze. Das Direktduell zuhause mit Leader und Aufsteiger Thun geht mit 1:2 in die Hose.

Das Europa-Abenteuer endete bereits drei Tage zuvor. Ein schwacher Auftritt beim 0:1 gegen Viktoria Pilsen besiegelte das Basler Aus in der Europa League.

Gut, gibt es noch den Schweizer Cup. Doch auch diese Reise könnte für Rotblau schon bald enden. Mit dem FC St.Gallen wartet wohl der stärkste noch verbleibende Kontrahent auf die Bebbi.

Ein Aus am Mittwochabend (20:15 Uhr) würde wohl einem Super-Gau gleichen. Plötzlich wäre dann aufgrund des Rückstands in der Liga eine titellose Saison das realistischste Szenario. Und das nicht einmal zwei Wochen nach einem Trainerwechsel.

Sowohl Trainer Stephan Lichtsteiner als auch Linksverteidiger Dominik Schmid wollen nach der Partie gegen Thun noch nicht das Handtuch werfen. «Im Fussball ist alles möglich und die Hoffnung stirbt zuletzt», erklärte Schmid. Solange mathematisch noch alles möglich ist, ist das auch die korrekte Einstellung.

Einen FC Thun gab es letzte Saison nicht

Zu Beginn der Saison wurden die Ziele beim FC Basel bewusst hoch gesteckt. Der Anspruch als Double-Sieger ist ohne Zweifel legitim.

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Ex-Nati-Captain Stephan Lichtsteiner soll beim FCB für eine Trendwende sorgen. Noch ist diese ausgeblieben. - keystone

Da ist es kein Wunder, dass der derzeitige Blick auf die Tabelle für Unzufriedenheit sorgt. Nur Platz 4 entspricht nicht den Vorstellungen.

Doch sind die Basler diese Saison wirklich so viel schwächer als letzte Saison? In den letzten Wochen seines Engagements beim FCB störte sich Ludovic Magnin doch gehörig an diesem Vergleich. Es sei eine ganz andere Saison, Mannschaft und Situation.

Trotzdem lohnt sich eine Gegenüberstellung dieser beiden Spielzeiten. Nach 22 Runden hat der FC Basel 36 Punkte auf dem Konto. Vergangene Saison waren es 40. Dies genügte damals für die Leader-Position.

Hier liegt womöglich der frappierendste Unterschied: Während vor einem Jahr noch ein regelrechter «Leader-Fluch» herrschte, gibt es jetzt den FC Thun.

Machen die Berner Oberländer genau so weiter wie bisher, kommen sie am Ende auf hochgerechnet etwa 85 Punkte!

FC Basel: Der Serienmeister ist nicht zurück

Der FC Basel profitierte letzte Saison von einer schwächelnden Konkurrenz. Zum Grossteil ist diese auch dieses Mal am Start. Kein Team, abgesehen vom FC Thun, holt mehr als zwei Punkte pro Partie.

Erstaunlich: Auch die Meister-Basler schafften das nicht – trotz einer Acht-Spiele-Siegesserie von Ende März bis Mitte Mai. 1,92 Punkte lautete der Schnitt damals.

Nach 28 Runden – direkt vor dem Start der Siegesserie – hatte Rotblau 46 Punkte. Das entspricht gerade mal 1,64 Punkten pro Partie. Heute steht der FCB ebenso bei knapp 1,64 Zählern im Schnitt!

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Auch während der Titel-Saison gab es einige Tiefpunkte für Rotblau. Im Dezember setzte es beispielsweise eine 0:1-Pleite zuhause gegen GC. Im Bild: Adrian Barisic. - keystone

Es lässt sich also festhalten: Mehr als zwei Drittel der Meister-Saison war die Ausbeute alles andere als meisterlich. Auch damals gab es Diskussionen rund um den Trainer.

Die Siegesserie zum richtigen Zeitpunkt war die Trumpfkarte, gegen die sämtliche Mitstreiter um den Titel nichts entgegenzusetzen hatten. So einen Endspurt hinzulegen, ist beeindruckend und verdient Hochachtung.

Holt der FC Basel in dieser Saison noch einen Titel?

Das Problem für das aktuelle Kader der Bebbi ist jedoch: An genau diesen Erfolgen, die dieser relativ kurze Lauf erbracht hat, wird es jetzt gemessen.

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Am Ende der abgelaufenen Spielzeit war der FC Basel nicht zu stoppen. Im Bild: Xherdan Shaqiri (l.) und Anton Kade. - keystone

Dies machte den Job wohl für Ludovic Magnin zu einer fast schon undankbaren Aufgabe. Die Auftritte auf europäischer Bühne untermauerten, dass der wahrlich dominante FCB, der einst reihenweise Titel einfuhr, im letzten Frühjahr doch noch nicht wiederauferstanden ist.

Womöglich haben die Trophäen des vergangenen Sommers diesen Eindruck sowie Erinnerungen aber geweckt und das Gesamtbild etwas verzerrt. Denn was die kleine Hochrechnung von oben zeigt: Der FC Basel holte 2024/25 starke 73 Punkte. Diese Zahl könnte der FC Thun in diesem Jahr pulverisieren.

Super League - Super League: Regular Season (03.02.2026)SpSNUTorePkt
1.FC Thun Berner Oberland LogoFC Thun Berner Oberland22165148:2649
2.FC Lugano LogoFC Lugano22126438:2740
3.FC St. Gallen LogoFC St. Gallen21127242:2838
4.FC Basel LogoFC Basel22106634:2636
5.FC Sion LogoFC Sion2285934:2833
6.BSC Young Boys LogoBSC Young Boys2298543:4532
7.Lausanne-Sport LogoLausanne-Sport2278733:3128
8.Servette LogoServette2269738:4325
9.FC Zürich LogoFC Zürich22711432:4325
10.FC Luzern LogoFC Luzern2259840:4323
11.Grasshopper Club Zürich LogoGrasshopper Club Zürich22411729:4019
12.FC Winterthur LogoFC Winterthur21314426:5713
Super League - Super League: Regular Season (03.02.2026)SpPkt
1.FC Thun Berner Oberland LogoFC Thun Berner Oberland2249
2.FC Lugano LogoFC Lugano2240
3.FC St. Gallen LogoFC St. Gallen2138
4.FC Basel LogoFC Basel2236
5.FC Sion LogoFC Sion2233
6.BSC Young Boys LogoBSC Young Boys2232
7.Lausanne-Sport LogoLausanne-Sport2228
8.Servette LogoServette2225
9.FC Zürich LogoFC Zürich2225
10.FC Luzern LogoFC Luzern2223
11.Grasshopper Club Zürich LogoGrasshopper Club Zürich2219
12.FC Winterthur LogoFC Winterthur2113

Kommentare

User #1168 (nicht angemeldet)

Die ganzen Umbrüche der letzten Saison haben die Schweizer Liga nicht stärker gemacht. Es ist und bleibt eine Ausbildung‘s Liga für wirkliche gute Ligen. Das Double zu gewinnen war letztes Jahr nicht sehr schwer da Gegner wie YB genug mit sich selbst zu tun hatten um die verkauften Spieler zu ersetzen, was ihnen meiner Meinung nach nicht gelungen ist.

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