Breel Embolo: Schiesst er sich mit MLS-Wechsel aus der Nati?
Von Rennes nach Atlanta: Breel Embolo setzt seine Karriere in der MLS fort. Wie beeinflusst der Wechsel sein Standing in der Schweizer Nati?

Das Wichtigste in Kürze
- Breel Embolos Wechsel in die MLS spaltet die Gemüter.
- Schiesst sich der 29-Jährige damit bei der Schweizer Nati ins Aus?
- Auf der Nau.ch-Redaktion ist man geteilter Meinung.
Nach dem WM-Sommer in Nordamerika geht es für Breel Embolo auch gleich in den USA weiter: Der Nati-Stürmer lässt den europäischen Fussball erstmals hinter sich. Im Alter von 29 Jahren wechselt er von Stade Rennes zu Atlanta in die MLS.
Ein Wechsel, der für hitzige Diskussionen sorgt. Setzt er mit diesem Transfer sogar seinen Stammplatz in der Schweizer Nati aufs Spiel? Bei Nau.ch gehen die Meinungen auseinander.
Pascal Moser, stv. Sportchef
«Mit 29 Jahren schlägt Breel Embolo ein komplett neues Kapitel auf: Statt in die englische Premier League wechselt er nach Nordamerika in die Major League Soccer.
Klar: Murat Yakin hätte Embolo wohl lieber in der besten Liga der Welt auflaufen sehen. Mit seiner Physis hätte sich der Schweizer Nationalspieler sicher durchsetzen können. Eine Stammplatz-Garantie hätte er bei Aufsteiger Ipswich wohl auch gehabt.
Dass sich Embolo für die MLS entscheidet, sorgt bei einigen Fans für Fragezeichen. Auch wenn die Liga nicht zu den allerbesten der Welt gehört, weit weg von der Ligue 1 in Frankreich ist sie nicht.
Ich glaube nicht, dass sich Embolo mit diesem Wechsel aus der Nati schiesst. Zu wertvoll ist der 92-fache Internationale (26 Treffer) für die Yakin-Elf.

Das Einzige, was zählt, ist die Leistung. Liefert der 29-Jährige in Übersee ab, wird er auch in der Nati weiterhin gesetzt sein. Und daran, dass Breel Embolo auch bei der EM in zwei Jahren als Stammspieler aufläuft, habe ich nicht den geringsten Zweifel.»

Ronny Reisch, Sportredaktor
«Die Entwicklung der Schweizer Nati in jüngster Vergangenheit ist phänomenal: Wir sind amtierender EM- und WM-Viertelfinalist. Zweimal fehlte nur wenig für den Halbfinal. Das kommt nicht von ungefähr: Wir haben fast ausschliesslich Spieler aus Top-Ligen im Kader.

Woche für Woche messen sich die Nati-Spieler in Deutschland, England, Italien oder Spanien mit den besten Europas. Im WM-Viertelfinal war Breel Embolo der einzige Nati-Startelfspieler, der nicht aus einer Saison in einer Top-4-Liga kam.
Auch er spielte bei Stade Rennes in Frankreich aber auf einem hohen Level. Nur ändert sich das jetzt: Breel Embolo zieht es in die USA. Im Alter von 29 Jahren wechselt Embolo in jene Liga, in der viele Top-Spieler ihre Karrieren ausklingen lassen.
In der Nati hat sich Embolo im Sturm über Jahre verdient eine Vormachtstellung erarbeitet. Doch nun bringt er seinen Nati-Stammplatz mit einem Wechsel in eine schwächere Liga in Gefahr.

Währenddessen sind Sturm-Konkurrenten wie Cedric Itten oder Alessandro Vogt in die Bundesliga gewechselt. Noah Okafor spielt bei Leeds United bereits Woche für Woche in der besten Liga der Welt.
Mit dem Amerika-Wechsel bringt Breel Embolo seinen Nati-Platz in Gefahr. Denn wenn die Konkurrenz performt, fehlen ihm irgendwann die Argumente.»

















