Ronaldo raus, Ramos rein: Diese Umstellung trägt massgeblich zu Portugals 6:1 im Achtelfinale gegen die Schweiz bei. Youngster Ramos trifft dreimal und wird gefeiert, Superstar Ronaldo schweigt.
Portugals Trainer Fernando Santos spricht kurz vor dessen Einwechselung mit Cristiano Ronaldo.
Portugals Trainer Fernando Santos spricht kurz vor dessen Einwechselung mit Cristiano Ronaldo. - Tom Weller/dpa
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Portugals Fussball-Nationaltrainer Fernando Santos hat nach dem Joker-Einsatz von Cristiano Ronaldo beim überzeugende 6:1 im WM-Achtelfinale gegen die Schweiz die zukünftige Rolle des Superstars offen gelassen.

«Das müssen wir sehen», sagte der 68-Jährige auf die Frage, ob für Rekordtorschütze Ronaldo nun ein neuer Abschnitt im Nationalteam beginne. «Ich habe eine sehr enge Beziehung zu ihm. Aber wir sind Trainer und Spieler. Ich habe ihm gesagt, dass er ein sehr wichtiger Spieler ist, das weiss er.»

Santos hatte seinen Kapitän im Achtelfinale überraschend zunächst auf die Bank gesetzt. Für ihn spielte der 21 Jahre alte Gonçalo Ramos, der mit drei Treffern massgeblich zum ersten Viertelfinal-Einzug der Portugiesen seit 2006 beitrug. «Cristiano hat als Kapitän das gemacht, was er immer macht. Er hat uns geholfen, uns ermutigt, die gesamte Mannschaft», sagte der Angreifer von Benfica Lissabon über die ungewohnte Joker-Rolle Ronaldos.

«Wähle die Spieler aus, die am besten zu meiner Strategie passen»

Der 37-Jährige äusserte sich anschliessend nicht zu sportlichen Fragen. Ronaldo war in der 74. Minute eingewechselt worden, erzielte ein Abseitstor und verschwand nach Schlusspfiff als erster Portugiese wieder vom Rasen. «Es ist für jeden Spieler nicht leicht, auf der Bank zu sein», sagte Teamkollege Bruno Fernandes. «Aber das Wichtigste ist die Antwort, die er gegeben hat, als er reingekommen ist. Er hat der Mannschaft geholfen.»

Coach Santos begründete seine Entscheidung für Ramos uns gegen Ronaldo nur mit sportlichen Überlegungen, die Aufregung um Ronaldos Gemecker nach seiner Auswechslung im vorherigen Spiel habe keine Rolle gespielt. «Ich wähle die Spieler aus, die am besten zu meiner Strategie passen», sagte der Coach und lobte seinen jungen Stürmer für dessen Dynamik, Zweikampfstärke und seinen Zug zum Tor.

Ramos selbst, der bei Benfica Lissabon unter dem deutschen Coach Roger Schmidt eine starke Saison spielt und erst kurz vor der WM sein Debüt im A-Nationalteam gegeben hatte, will sich keine Gedanken machen, ober er Ronaldo dauerhaft verdrängen kann. «Wir brauchen das Ergebnis von heute im nächsten Spiel nicht zu berücksichtigen», sagte der 21-Jährige, für den ein Traum in Erfüllung gegangen war: «Nicht mal in meinen kühnsten Träumen hatte ich gedacht, dass ich in einer WM- K.o.-Runde in der Startelf stehen würde.»

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