Robert Lewandowski und die anderen EM-Teilnehmer erholen sich noch im Urlaub, ihr neuer Chef Julian Nagelsmann startet in dieser Woche in München. Spannend ist die Frage nach weiteren Neuzugängen.
Julian Nagelsmann (r) folgt beim FC Bayern auf Hansi Flick. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
Julian Nagelsmann (r) folgt beim FC Bayern auf Hansi Flick. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Julian Nagelsmann legt beim FC Bayern los.

Bei den obligatorischen Leistungstests kann der 33 Jahre alte Nachfolger von Sieben-Titel-Trainer Hansi Flick seine Stars am Montag und Dienstag erstmals begrüssen, ehe am Mittwoch der offizielle Trainingsstart ansteht.

«Der FC Bayern freut sich sehr auf ihn», erklärte Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Eine Prognose gab es auch schon von Nagelsmanns Vorgänger. «Ich glaube, Julian Nagelsmann wird sehr viel Spass mit diesem Team haben, weil es eine enorme Qualität und eine tolle Einstellung hat. Das habe ich ihm auch so geschrieben», sagte Flick.

Vor dem ersten Mannschaftstraining unter Nagelsmann spricht aber erstmal der neue Boss. Oliver Kahn ist seit wenigen Tagen als Vorstandschef im Amt und damit der Nachfolger von Karl-Heinz Rummenigge. Zusammen mit Präsident Herbert Hainer wird der frühere Torwart-Titan erstmals in neuer Funktion am Montag vor die Medien treten. Und sicher auch formulieren, was er von Nagelsmann als Wunschtrainer erwartet.

Bayern-Fan seit Kindertagen

Der für fünf Jahre verpflichtete Coach träumt als Bayern-Fan seit Kindertagen schon lange von seinem Herzensclub. «Es ist für mich etwas sehr Spezielles, das Traineramt beim FC Bayern zu übernehmen», gestand er. 69 Tage nach dem spektakulären Wechsel aus Leipzig für eine Rekordablöse wird er aber längst nicht alle Profis am Montag antreffen. Die EM-Teilnehmer um die vorzeitig ausgeschiedenen Robert Lewandowski, Manuel Neuer & Co. können noch bis in die zweite Juli-Hälfte den Urlaub geniessen und dort den Turnierfrust verarbeiten. Neuzugang Dayot Upamecano wird ebenfalls erst Mitte des Monats an der Säbener Strasse erwartet, bis zum 15. Juli steht er noch in Leipzig unter Vertrag.

Die Münchner zählen wie Borussia Dortmund und RB Leipzig zu den acht Clubs der Fussball-Bundesliga, die einen neuen Trainer haben. Marco Rose trainierte bereits am Sonntag mit dem BVB-Team, das künftig auf den für mindestens 85 Millionen Euro zu Manchester United gewechselten Jadon Sancho verzichten muss. Aus dem Kader für die neue Saison fehlten bei der Einheit reichlich Leistungsträger, darunter die noch im EM-Einsatz befindlichen Jude Bellingham (England) und Thomas Delaney (Dänemark).

Leipzigs Trainer Jesse Marsch muss noch einige Zeit auf den Dänen Yussuf Poulsen und den Spanier Dani Olmo verzichten, die beide noch Europameister werden können. Auch der Star-Zugang für die Offensive, der Portugiese André Silva, weilt wie einige Kollegen noch in den Ferien, wenn am Montag die Leistungs- und Medizintest anstehen.

EM-Aus für Bayern-Profis

Die Bayern-Spieler waren nach dem EM-Achtelfinale alle raus, was die Planungen für Nagelsmann erleichterte. Doch zunächst hat auch der Jung-Trainer nur ein Rumpfteam zur Verfügung. Aus diesem können sich aber Nachwuchskräfte in den Einheiten und den vier Testspielen gegen den 1. FC Köln, Ajax Amsterdam, Borussia Mönchengladbach und den SSC Neapel für Höheres empfehlen. Schon in dieser Woche werden die ablösefreien Neuzugänge Omar Richards vom englischen Zweitligisten FC Reading und Torwart-Rückkehrer Sven Ulreich (Hamburger SV) erwartet.

Weitere Neuzugänge könnten kommen, aber viel Geld wollen die Münchner nach den 42,5 Millionen Euro für Upamecano und eine stolze Summe für Nagelsmann nicht mehr ausgeben. Wegen der Einbussen in der Corona-Pandemie habe man «klare wirtschaftliche Limits» und könne sich auch nur «innerhalb dieser Limits bewegen», sagte Salihamidzic. In der Rückrunde hatte Vereinspräsident Herbert Hainer die Umsatzeinbussen des FC Bayern in Corona-Zeiten bereits auf rund 150 Millionen Euro beziffert.

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