Mega-Wettskandal erschüttert Tschechiens Fussball
Eine Polizei-Razzia erschüttert Tschechiens Fussball. Ermittler nehmen dutzende Menschen fest. Der Verdacht: Korruption und Spielmanipulation im grossen Stil.

Das Wichtigste in Kürze
- In Tschechien wird derzeit wegen eines Wettskandals im Fussball ermittelt.
- 47 Diszipinarverfahren wurden eingeleitet – betroffen seien alle Ligen.
- Der tschechische Fussballverband hat eine ausserordentliche Sitzung einberufen.
In Tschechien sorgt eine gross angelegte Polizeirazzia für Schlagzeilen. Die Behörden ermitteln wegen eines Wettskandals im tschechischen Fussball.
Die Ermittler haben mehrere Dutzend Personen vorübergehend festgenommen. Der Verdacht: Spielmanipulation und Wettbetrug, wie ein Vertreter der Staatsanwaltschaft mitteilte.

Die Behörden führten zeitgleich Hausdurchsuchungen an verschiedenen Standorten durch. Parallel dazu begannen die Verhöre der Verdächtigen. Die Ermittlungen zielen auf mögliche Korruption im nationalen Fussballbetrieb ab.
Der tschechische Fussballverband FACR reagierte umgehend auf die Entwicklungen. Der Vorstand wurde zu einer ausserordentlichen Sitzung einberufen. Die Vereinsführung will das weitere Vorgehen koordinieren.
Verband will gegen Wettmafia vorgehen
Verbandschef David Trunda versicherte die vollständige Kooperation mit den Ermittlungsbehörden. «Ich tue alles, damit die Wettmafia aus dem Umfeld des tschechischen Sports verschwindet», betonte Trunda gegenüber den Medien. Diese Aussage unterstreicht die Entschlossenheit des Verbands.
Die verbandseigene Ethikkommission hat bereits konkrete Schritte eingeleitet. Insgesamt 47 Disziplinarverfahren wurden gegen verschiedene Beteiligte eröffnet. Der FACR vertritt landesweit rund 250'000 Sportler aus etwa 3'500 Vereinen.

Das Nachrichtenportal «Sport.cz» berichtete als erstes über den Fall. Die Journalisten bezeichneten die Aktion als grösste Polizeirazzia in der Geschichte des tschechischen Fussballs.
Der Korruptionsskandal zieht weite Kreise. Über 40 Personen sind in den Fall verwickelt, wie das Portal berichtet. Darunter befinden sich Spieler, Funktionäre, Schiedsrichter und Vereinsvertreter.
Alle Spielklassen betroffen – Spiele seit 2023 im Visier
Besonders brisant: Die Manipulationen erstrecken sich über alle Spielklassen. Von der vierten Liga bis zur höchsten Spielklasse reichen die Verdachtsfälle. Selbst Nachwuchswettbewerbe sind von den mutmasslichen Machenschaften betroffen.
Die Polizeirazzia ist das Ergebnis jahrelanger Ermittlungsarbeit. Drei Jahre lang sammelten die Behörden Beweise gegen das Netzwerk. Die internationalen Polizeiorganisationen Europol und Interpol unterstützten die Ermittlungen.
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf verdächtige Spiele seit dem Jahr 2023. In diesem Zeitraum sollen die Manipulationen stattgefunden haben. Die genaue Anzahl der betroffenen Partien ist noch nicht bekannt.












