Kommentar: Real Madrid verpasst mit Alonso eine königliche Chance
Nach der Supercup-Pleite gegen Barcelona reisst der Gedulds-Faden. Real Madrid schmeisst den «Fussball-Architekten» der nächsten Jahre raus. Ein Kommentar.

Das Wichtigste in Kürze
- Real Madrid trennt sich nach 232 Tagen und 34 Pflichtspielen von Trainer Xabi Alonso.
- Die Madrilenen sind noch nicht bereit für einen Trainer der neuen Generation.
- Ein Kommentar.
Als «neue Etappe, voller Hoffnung und intensiver Emotionen» wurde die Ära Xabi Alonso im Sommer angekündet. Nach sieben Monaten ist nun alles wieder vorbei. Eine Vereins-Legende muss gehen, weil bei Real einmal mehr die Zeit für einen Wandel in die Modernität fehlt.
Mit Xabi Alonso kam ein Trainer der neuen Generation nach Madrid. Offensiv innovativ, spektakulär, vertikal, kollektives Pressing. Ein Taktik-Fuchs, ein akribischer Perfektionist – zu vergleichen mit Arsenals Mikel Arteta oder ManCitys Pep Guardiola.

Es ist ein klarer Kurs-Wechsel. Jahrelang engagierte Real zuvor vielmehr Garderoben-Manager, als Trainer.
Das Problem: Eine neue – fussballerische – DNA wird nicht von heute auf morgen eingeimpft.
Trainer wie Xabi Alonso sind bei Real Madrid zum Scheitern verurteilt
Alonso war bei Leverkusen erst in seinem zweiten Jahr richtig erfolgreich (Punkteschnitt steigert sich von 1,65 auf 2,6).

Mikel Arteta stand bei Arsenal vor dem Out. Er kriegt die Kurve – heute ist Arsenal Leader der Premier League. Guardiola brauchte Jahre, bis er den ersehnten Champions-League-Titel mit City holte. Klopp bei Liverpool sogar 4,5 Jahre für den ersten grossen Titel überhaupt.
Es braucht also Zeit. Diese hat man bei Real Madrid nicht. Projekte wie jenes mit Alonso sind in Madrid zum Scheitern verurteilt.

Wie zu hören ist, vertraute die Mannschaft seinen Methoden nie vollends. Nach vier Jahren Garderoben-Manager Ancelotti fehlte bei gewissen Stars der Wille zur Kultur-Veränderung. Auf Rücken-Deckung seitens des Vereins konnte sich Alonso aber nicht verlassen.
Real Madrid verpasst eine königliche Chance. Mit Alonso geht nicht nur eine Vereins-Legende. Man wird auch in Spanien das Gefühl nicht los: Es geht ein Fussball-Architekt, der die nächsten Jahre hätte prägen sollen – und können.
















