Von Geisterkulisse bis volles Haus: Corona spaltet die Liga

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Im deutschen Profi-Fussball wird wegen der unterschiedlichen Corona-Verordnungen in den Ländern derzeit nicht mit gleichen Waffen gekämpft. Das führt teilweise zu Frust.

    Zum Spiel des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach dürfen 50.000 Fans ins Stadion. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
    Zum Spiel des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach dürfen 50.000 Fans ins Stadion. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ausverkauftes Haus beim rheinischen Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach, leere Ränge in Leipzig - und dazu die ersten Rufe aus der Politik nach einer Aussetzung des Bundesliga-Spielbetriebes.

    Die sich zuspitzende Corona-Krise in Deutschland erfasst auch den Profi-Fussball wieder mit voller Wucht und sorgt zunehmend für ungleiche Bedingungen an den 36 Standorten.

    Bremens Innensenator Ulrich Mäurer forderte wegen der rasant steigenden Corona-Zahlen sogar eine Unterbrechung der Saison. «Wir setzen die Polizeibeamtinnen und -beamten einer unnötig grossen Gefahr aus, wenn wir sie mitten in der vierten Welle quer durch die Republik schicken, nur um Fussballspiele gegen gewalttätige Fans abzusichern», sagte der SPD-Politiker. Dies sei aus seiner Sicht nicht mehr zu verantworten.

    50.000 Fans in Köln beim Derby

    Vor der Innenministerkonferenz Anfang Dezember forderte Mäurer seine Kolleginnen und Kollegen daher zum Handeln auf. «Es ist höchste Zeit, dass die Deutsche Fussball Liga den Spielbetrieb unterbricht», so Mäurer. Die DFL hatte dieses Ansinnen, das zuvor bereits Aues Präsident Helge Leonhardt vorgetragen hatte, am vergangenen Mittwoch zurückgewiesen. Die Dachorganisation verwies in einer Stellungnahme auf die «abgestimmte Linie aller 36 Clubs», in der Corona-Pandemie immer auf Basis der staatlichen Vorgaben zu agieren. «Ein selbstverhängter, flächendeckender Lockdown im Sinne einer Saison-Unterbrechung ist daher kein Thema», hiess es.

    Eine einheitliche gesundheitspolitische Linie in den Bundesländern ist derzeit nicht erkennbar - und auch schwer vorstellbar. Während in Leipzig am Sonntag gegen Bayer Leverkusen erstmals seit Monaten wieder ein Bundesliga-Geisterspiel steigt, dürfen am Samstag in Köln 50.000 Fans das Derby gegen Gladbach verfolgen. Ein entsprechender Antrag des Vereins wurde am Freitag vom Kölner Gesundheitsamt genehmigt. «Möglich ist dies aufgrund des als tragfähig eingestuften und erfolgreich praktizierten Hygiene- und Infektionsschutzkonzepts mit 2G», sagte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle.

    Dennoch kommt die Zusage überraschend, denn nach der in dieser Woche in Kraft getretenen neuen Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen hätten die Kölner die Zuschauerzahl eigentlich reduzieren müssen - wenn auch nur um 1500 im Stehplatzbereich. Das Kölner Gesundheitsamt begründete seine Entscheidung für eine Vollauslastung damit, dass es bei vorhergehenden Heimspielen des FC keine höheren Fallzahlen als im allgemeinen Infektionsgeschehen gegeben habe. Nicht ganz so grosszügig ist man im rund 80 Kilometer entfernten Bochum, wo der Aufsteiger 6000 der 12.000 Stehplätze frei lassen muss.

    Corona-Flickenteppich

    Auch sonst bietet die Liga im Umgang mit Corona einen Flickenteppich. In Frankfurt sind gegen den 1. FC Union Berlin 40.000 Zuschauer erlaubt, was einer Auslastung der Stadionkapazität von knapp 80 Prozent entspricht. Die bayerischen Vereine aus München, Fürth und Augsburg dürfen ihre Stadien dagegen derzeit nur zu 25 Prozent auslasten. In Wolfsburg und Berlin sind es 50 Prozent. Zum Spiel VfB Stuttgart gegen den FSV Mainz 05 am Freitagabend waren 25.000 Fans zugelassen - gut 40 Prozent der Stadionkapazität.

    Mäurer bat seine Amtskollegen aus den Bundesländern in einem Schreiben im Vorfeld der Innenministerkonferenz daher um eine Beratung und ein geschlossenes Vorgehen, um die Pandemie nicht unnötig zu befördern. «Wir müssen auf die DFL einwirken, den Spielbetrieb umgehend zu unterbrechen oder zumindest vorerst nur Geisterspiele anzusetzen.»

    Kommentare

    Weiterlesen

    Soiltec
    113 Interaktionen
    Trockenheit
    Zürich
    51 Interaktionen
    Laut Ranking

    MEHR IN SPORT

    FC Basel Klartext Yakin
    21 Interaktionen
    Hakan Yakin
    werner schlegel
    «Zäher Tag»
    Granit Xhaka Nau.ch User
    371 Interaktionen
    Ende wie Fischer?

    MEHR CORONAVIRUS

    Sportler
    38 Interaktionen
    Xhaka-Hammer
    Impfung Covid
    50 Interaktionen
    Covid-19
    Luftfahrt
    9 Interaktionen
    Passagierzahlen
    Long Covid
    4 Interaktionen
    Obwalden

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Ferat Koçak
    24 Interaktionen
    Berlin
    Shida Bazyar
    Berlin
    Planet Labs Berlin
    2 Interaktionen
    Deutschland
    1 Interaktionen
    Wiesbaden