Diego Maradona

    Diego Maradona (†60): Ermittlungen nach dem Tod der Fussball-Legende

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    Argentinien,

    Diego Maradona (†60) starb an einem Herzinfarkt. Für viele kam sein früher Tod nicht überraschend. Nun laufen die Ermittlungen.

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    In Argentinien eine Legende: Wandzeichnung von Diego Maradona in Buenos Aires. - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Im November vergangenen Jahres starb Diego Maradona (†60).
    • Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ärzte- und Pflegeteam mittlerweile Totschlag vor.

    Diego Maradona ist seit über sieben Monaten tot. Doch die letzten Stunden der argentinischen Fussball-Legende beschäftigen noch immer die Ermittler.

    Wurde dem Weltklassestürmer im Alter von nur 60 Jahren sein exzessiver Lebensstil zum Verhängnis? Oder haben Gier, Unachtsamkeit und medizinische Schlamperei zu seinem frühen Tod geführt?

    War Diego Maradona der grösste Fussballer aller Zeiten?

    «Wenn Diego Maradona richtig behandelt worden wäre, in einem anderen Haus und mit ein bisschen mehr Liebe, würde er heute noch leben», sagte der Anwalt von Maradonas kleinem Sohn Diego Fernando, Mario Baudry, im argentinischen Fernsehsender TN. «Mit einer minimalen Pflege wäre er noch am Leben.»

    Staatsanwaltschaft ermittelt

    Auch die Staatsanwaltschaft wirft dem Ärzte- und Pflegeteam mittlerweile Totschlag vor. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie um den schlechten Gesundheitszustand ihres Patienten wussten und ihm einfach seinem Schicksal überliessen.

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    Könnte Diego Maradona heute noch am Leben sein? - dpa

    In den vergangenen Wochen machten Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque, seine Psychiaterin Agustina Cosachov und mehrere Pflegekräfte ihre Aussagen. Im Falle einer Verurteilung droht den Verdächtigen eine Freiheitsstrafe von bis zu 25 Jahren.

    Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht die häusliche Pflege Maradonas in einer privaten Wohnanlage nördlich von Buenos Aires nach einer Gehirnoperation wenige Wochen vor seinem Tod im November vergangenen Jahres.

    Dabei kam es offenbar immer wieder zu Problemen, wie aus in argentinischen Medien veröffentlichten Chatprotokollen hervorgeht. Einmal übergab sich Maradona nach einem schweren Abendessen, einmal stürzte er in seinem Zimmer.

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    Die argentinische Fussball-Legende verewigt auf einer Hausmauer. - Keystone

    Offenbar lehnte er selbst eine ständige Betreuung durch Pflegekräfte ab, andererseits nahmen die Ärzte aber auch Warnhinweise nicht ernst und äusserten sich abfällig über ihren Patienten. Eine neue Einweisung in ein Krankenhaus wurde wohl aus Image-Gründen verworfen.

    In dem Haus im Viertel San Andres in Tigre am Delta des Río Paraná sollen Zeugenaussagen zufolge katastrophale Zustände geherrscht haben. Fraglich ist zudem, ob das angemietete Haus überhaupt für die Pflege eines kranken Menschen geeignet war.

    «Luque hat sich nichts vorzuwerfen. Er war zwar sein Arzt, aber er war nicht für die häusliche Pflege verantwortlich», sagte der Anwalt des Neurochirurgen, Julio Rivas, nach der Vernehmung seines Mandaten bei der Staatsanwaltschaft in San Isidro in der vergangenen Woche.

    Schädliches Umfeld für Diego Maradona

    Viel deutet darauf hin, dass sich Maradona zuletzt mit Menschen umgab, die mit dem Image des einstigen Superstars Geld verdienen wollten. «Diego ist lebendiges Kapital und alle streiten sich um dieses Kapital», sagte Maradonas Physiotherapeut Nicolás Taffarel in einer Sprachnachricht.

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