Diego Maradona

    So krank war Diego Maradona (†60) vor seinem Tod wirklich

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    DPA, Matthias Neuhaus

    Argentinien,

    Ärzte und Pfleger sollen Diego Maradona (†60) vor seinem Tod falsch behandelt haben. Nun geben Forensiker erstmals die Ergebnisse der Obduktion bekannt.

    Diego Maradona
    Fussballstar Diego Maradona starb 2020 im Alter von 60 Jahren. (Archivbild) - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Im Prozess um den Tod von Diego Maradona stehen sieben Personen vor Gericht.
    • Nun wurde erstmals der Obduktionsbericht präsentiert.
    • Die Fussball-Legende starb an einem Lungenödem und einer Herzmuskelerkrankung.

    Im Prozess um den Tod von Diego Maradona im Jahr 2020 ist erstmals das Ergebnis der Obduktion bekanntgegeben worden.

    Der Argentinier habe eine bis zu zwölfstündige Sterbephase durchlaufen und Wasseransammlungen in vielen Organen wie etwa Unterleib und Lungen gehabt. Das sagten zwei Gerichtsmediziner aus, die damals die Autopsie durchgeführt hatten.

    Diego Maradona
    Maradona gewann mit Argentinien die Fussballweltmeisterschaft 1986 in Mexiko. (Archivbild) - dpa

    Todesursache war demnach ein akutes Lungenödem bei Herzinsuffizienz und dilatative Kardiomyopathie, also eine Herzmuskelerkrankung, wie örtliche Medien berichteten.

    Mehr als vier Jahre nach dem Tod von Maradona stehen sieben Ärzte und Pfleger vor Gericht. Ihnen wird Totschlag vorgeworfen, sie weisen die Vorwürfe zurück.

    Nach Einschätzung der Ermittler waren bei der häuslichen Pflege des gesundheitlich schwer angeschlagenen Weltmeisters von 1986 massive Fehler gemacht worden.

    Im Gerichtssaal werden empfindliche Bilder gezeigt

    Bevor die Forensiker ihre Aussagen als Zeugen machten, wurden die Anwesenden vor den starken Bildern gewarnt, die gezeigt werden würden. Maradonas Tochter Jana verliess daraufhin den Raum.

    Das argentinische Idol war am 25. November 2020 in einer privaten Wohnanlage nördlich von Buenos Aires im Alter von 60 Jahren gestorben. Wenige Wochen zuvor hatte er sich einer Gehirnoperation unterzogen.

    Maradona
    Maradona gilt in Argentinien nach wie vor als grosse Fussball-Legende. - keystone

    Maradonas Tod sei weder plötzlich noch unerwartet gewesen. Das sagte der Forensiker Carlos Mauricio Cassinelli vor Gericht unter anderem laut der argentinischen Zeitung «La Nación».

    Sein Herz sei fett gewesen und habe das Doppelte eines normalen Herzens gewogen.

    In verschiedenen Organen hätten sich insgesamt 4,5 Liter Wasser angesammelt. Die Wasseransammlungen in den Organen hätten mehrere Tage zuvor begonnen. Maradona sei kein Patient gewesen, den man in häuslicher Pflege hätte behandeln sollen.

    Das Verfahren soll mindestens bis Mitte Juli dauern

    Die Staatsanwaltschaft wirft Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque, seiner Psychiaterin Agustina Cosachov sowie einem Psychologen, einem weiteren Arzt, der medizinischen Koordinatorin der Krankenversicherung und zwei Pflegern Totschlag vor.

    Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen Freiheitsstrafen von bis zu 25 Jahren.

    Ist Maradona der grösste Fussballer aller Zeiten?

    Der Prozess begann vor gut zwei Wochen. Der Auftakt war zuvor zweimal verschoben worden, weil eine Reihe juristischer Fragen noch offen waren. Das Verfahren soll nun mindestens bis Mitte Juli dauern, insgesamt wurden 192 Zeugen geladen.

    Der Prozess gegen eine weitere Pflegerin wurde vom Hauptverfahren abgetrennt. Die Krankenschwester muss sich im zweiten Halbjahr vor einem Geschworenengericht verantworten.

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