Die Amateurvertreter sind mit der Suche nach neuem Führungspersonal ein gutes Stück vorangekommen. Die DFB-Spitze soll aus dem Amateurbereich kommen.
DFB- Präsidentschaftskandidat
Der DFB sucht nach dem von internen Krisen begleiteten Rücktritt von Fritz Keller im Mai neues Personal an der Spitze. (Symbolybild) - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Suche nach einer neuen Spitze für den Deutschen Fussball-Band kommt voran.
  • Der neue Präsident soll zukünftig wieder mehr entscheiden dürfen.
  • Ebenfalls soll er aus dem Amateurbereich kommen.

Die Chefs der Landes- und Regionalverbände im Deutschen Fussball-Bund konferieren drei Tage, Namen für die Präsidentschaftswahl werden nicht genannt. Der oder die Neue soll mehr entscheiden dürfen. Die Länderchefs des DFB verabschiedeten sich gut gelaunt aus der Lobby ihres Hamburger Tagungshotels.

Neue DFB-Spitze gesucht

Die Amateurvertreter sind auf der Suche nach neuem Führungspersonal für den angeschlagenen Deutschen Fussball-Bund. Nach eigener Aussage sind sie nun ein gutes Stück vorangekommen. Die neue DFB-Spitze soll aber wieder mehr entscheiden dürfen und aus dem Amateurbereich kommen. Auch Reformvorschläge von aussen werden den Verband weiter beschäftigen.

Die Amtszeit des im Mai nach internen Krisen zurückgetretenen Fritz Keller sei geprägt gewesen von «Diskrepanzen». Dies sagte Uwe Döring, Präsident des Landesverbandes Schleswig-Holstein am Sonntag. «Wir müssen schauen, dass wir es schaffen, die Rolle des Präsidenten oder der Präsidentin zu stärken. Unser Ziel muss es sein, dass wir Personen finden, die auch die Garantie im Vorfeld geben, dass es miteinander funktioniert.»

«Es muss zusammen etwas erwachsen»

Über den Antrag zur Satzungsänderung für mehr Richtlinienkompetenz des DFB-Präsidenten herrsche «klare Einvernehmlichkeit», teilte der DFB mit. Die Konferenz schlage daher vor: Das Generalsekretariat solle künftig vom DFB-Präsidium auf Vorschlag von DFB-Präsident oder -Präsidentin berufen werden. Aktuell führt Heike Ullrich als erste Frau interimsmässig den DFB-Geschäftsbereich.

Gewählt wird beim DFB-Bundestag am 11. März 2022. Satzungsanträge müssen bis zum 13. Januar, die Kandidaturen für die Ämter des DFB-Präsidenten und des Schatzmeisters bis zum anfangs Februar eingereicht werden.

Noch hat niemand öffentlich seine Ambitionen bekundet. «Es muss zusammen etwas erwachsen», sagte Hans-Dieter Drewitz, der Präsident des Südwestdeutschen Verbandes. «Wir wollen aus dem Bereich der Amateure schöpfen.»

«Es ist nicht wahr, dass wir ständig streiten»

Zunächst sollen nun die Präsidenten der fünf Regionalverbände das Gespräch mit dem Profilager der Deutschen Fussball Liga suchen. Allerdings ohne die aktuellen DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch und Ronny Zimmermann (Präsident und Vize des Süddeutschen Verbands). Zwischen Profis und Amateuren hatte sich in der Vergangenheit so mancher Streit in Personalfragen entzündet. Zuletzt insbesondere als die Amateure mit ihrer Stimmmehrheit beim Bundestag Kellers Vorgänger Reinhard Grindel als Kandidaten durchgedrückt hatten.

DFL-Aufsichtsratschef Peter Peters sei bereits «über die Ergebnisse der Konferenz informiert» worden, sagte Koch. Der 62-Jährige, der nicht mehr für das Amt des 1. Vizepräsidenten kandidieren will, entgegnete auf entsprechende Medienberichten: «Es ist einfach nicht wahr, dass wir ständig streiten.»

Vor der Konferenz in der Hansestadt war der Name von Bernd Neuendorf vom Mittelrhein-Verband für eine mögliche Kandidatur genannt worden. «Jetzt einfach zu sagen, xy wird Präsident, bringt überhaupt nichts», sagte Döring. «Wir haben uns konkret darüber unterhalten, welche Positionen zu besetzen sind und wie wir die Kandidatenfindung machen wollen.»

Zukünftig mehr Diversität

Ein Schwerpunkt der neuen DFB-Führung solle es sein, mehr Diversität im Verband und im deutschen Fussball zu erreichen. Dies teilte der DFB zudem mit. Dies sei eine ausdrückliche Forderung aus der Konferenz. Und «unter anderem verbunden mit der Zielsetzung, die Repräsentanz von Frauen in den führenden Gremien zu fördern und zu verbessern».

Mit Vertreterinnen der Initiative «Fussball kann mehr», die im Sommer für viel Aufmerksamkeit gesorgt hatte, wurde nicht mehr gesprochen. Die Initiatorinnen um Nationaltorhüterin Almuth Schult fordern unter anderem eine Quote für Fussballverbände von mindestens 30 Prozent Frauen in Führungspositionen.

Vorschlag einer Doppel-Spitze

Die frühere Funktionärin und ehemalige Nationalspielerin Katja Kraus sprach sich für eine Doppelspitze beim DFB aus: «Ich halte das in Anbetracht der Komplexität der Aufgabe für eine notwendige Lösung.» Dies sagte das Ex-Vorstandsmitglied des Hamburger SV dem Nachrichtenportal «t-online».

«Es braucht ein starkes Team, wenn man die gesellschaftliche Wirkung des Fussballs entfalten will. Zugleich soll eine Zukunftsvision für den Verband gestaltet werden.» Nach dpa-Informationen plant die Initiative in den kommenden Wochen weitere Veröffentlichungen. Die Gruppe will sich aktiv an der Personalfindung für die DFB-Spitze beteiligen.

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