Andrea Pirlo wird wegen Russen-Kontakten nicht Italien-Nationalcoach
Andrea Pirlo galt als Top-Anwärter auf die Nachfolge von Gennaro Gattuso als italienischer Nationaltrainer. Doch nun ist der Deal geplatzt.

Das Wichtigste in Kürze
- Andrea Pirlo galt als Top-Favorit auf den Posten als italienischer Nationaltrainer.
- Nun ist der Deal geplatzt – wegen Pirlos Kontakten zur russischen Elite.
- Die Absage könnte im italienischen Verband weitere Konsequenzen haben.
Eigentlich galt es nach den Absagen der Wunschkandidaten Pep Guardiola und Carlo Ancelotti als gesichert: Der nächste italienische Nationaltrainer sollte Andrea Pirlo heissen. Der Weltmeister von 2006 soll sich bereits mit dem neuen Technischen Direktor des italienischen Verbands, Ex-Nationalteam-Kollege Paolo Maldini, geeinigt haben.
Doch was am Freitag noch wie beschlossen wirkte, ist über das Wochenende geplatzt: Gemäss italienischen Medienberichten ist am Montagvormittag klar geworden, dass Pirlo nicht neuer Italien-Trainer wird. Und zwar wegen der Verbindungen des 47-Jährigen nach Moskau und zum Putin-Regime.

Aktuell steht Pirlo beim United FC Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten unter Vertrag. Der Klub gehört dem russischen Oligarchen und Putin-Vertrauten Sergei Lomakin – im Fussball kein unbeschriebenes Blatt: Dem Milliardär gehört Erstliga-Aufsteiger Rodina Moskau, zudem ist er Gross-Investor bei Pafos in Zypern und dem FC Riga in Lettland.
Andrea Pirlo als Wett-Testimonial in Moskau zu Gast
Und neben den insgesamt vier Fussball-Klubs gehört dem 52-Jährigen auch der russische Wettanbieter Fonbet. Und just für diesen Wettanbieter ist Andrea Pirlo ein (mutmasslich hervorragend bezahltes) Werbe-Gesicht. Erst kürzlich war der Ex-Weltmeister für einen Werbe-Auftritt sogar in Moskau.

Die Verbindung zum Putin-Regime wird Pirlo nun offenbar zum Verhängnis. Der 47-Jährige kritisiert die Berichterstattung in einer Stellungnahme. «Gestern Abend habe ich erfahren, dass ich kein Kandidat mehr für den Posten als italienischer Nationaltrainer bin. Ich halte es daher für notwendig, einige Aspekte aufzuklären», schreibt Pirlo.
Russland-Kontroverse spaltet italienischen Verband
«Meine berufliche Zusammenarbeit, die Gegenstand der Kontroverse ist, entstand während meiner Tätigkeit in den Arabischen Emiraten. Sie ist ausschliesslich kommerzieller und sportlicher Natur», rechtfertigt sich der Ex-Juventus-Star. «Mir werden politische Ansichten unterstellt, die ich nie geäussert habe.»

Das Pirlo-Aus soll nun aber auch den italienischen Verband in die Krise stürzen: Gemäss italienischen Medien droht der Technische Direktor Paolo Maldini mit einem Rücktritt, wenn Pirlo nicht Nationaltrainer wird. Dann müsste der Verband nach wenigen Wochen auch wieder einen neuen Sportchef suchen ...















