Die Qualifikation zur Champions League ist für RB Leipzig enorm wichtig. Schliesslich hat der Club die dritthöchsten Gehaltskosten der Liga. Doch der teure Kader verzweifelt gerade an sich selbst.
RB Leipzig kämpft mit der ersten Durststrecke. Foto: Jan Woitas/dpa
RB Leipzig kämpft mit der ersten Durststrecke. Foto: Jan Woitas/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei den flügellahmen Himmelsstürmern von RB Leipzig macht sich so langsam Nervosität breit: «Das ist einfach zu wenig und nicht unser Anspruch.»

«Wir sind Achter, das ist nicht da, wo wir stehen wollen. Wir müssen Lösungen finden», sagte Mittelfeldspieler Konrad Laimer nach dem verdienten 1:3 gegen Bayer Leverkusen. In seinem sechsten Jahr in der Fussball-Bundesliga hat der Vizemeister seine erste richtige Durststrecke - und tut sich verdammt schwer, diese hinter sich zu lassen.

Das Hauptthema unter dem neuen Trainer Jesse Marsch, der gegen Leverkusen coronainfiziert fehlte, ist die Konstanz. Die gibt es zwar in gewisser Weise, ist aber anders gewollt. «Wir haben grandiose Spiele und dann wieder katastrophale Spiele», sagte Laimer. Dieser Wechsel gehe ihm «auf den Zeiger». Vize-Kapitän Kevin Kampl betonte, dass «wir nun die Ärmel hochkrempeln und kämpfen müssen».

Von grandios bis katastrophal

Die Achterbahnfahrt zwischen guten und miesen Spielen stellt selbst den Trainerstab und die Bosse vor ein bisher ungelöstes Rätsel. Man sollte mit dem Tüfteln allerdings bald fertig sein, will man die eigenen Ziele noch erreichen. Laut Chefetage sollen es bis zur Winterpause 30 Punkte auf dem Konto sein. Dazu müsste Leipzig nun alle vier Spiele gewinnen, was einer in dieser Saison bisher ungewohnten Konstanz entspräche. Und am Ende der Saison soll wieder ein Platz unter den besten Vier herausspringen.

Sollte man schon im Winter weit hinter dem 30er Ziel liegen, könnte es für Marsch eng werden. Bisher schützten die Bosse den Trainer vehement, führten dabei gern den grossen Umbruch im Club an. Ein wenig haltbares Argument, zumal Ralf Rangnick und Julian Nagelsmann in der Vergangenheit auch mit nahezu komplett neuem Stab angetreten waren und Neuzugänge zu integrieren hatten. «Wir stehen nicht da, wo wir zu Saisonbeginn hinwollten. Wir haben zu wenig Punkte geholt», sagte Clubboss Oliver Mintzlaff.

Die gute Phase ging nur 20 Minuten

Das hat sich auch mit dem Leverkusen-Spiel nicht geändert, in dem Leipzig lediglich eine gute Phase von etwa 20 Minuten in der zweiten Halbzeit zustande brachte. Zu allem Unglück wurde der Anschlusstreffer von André Silva (62.) relativ umgehend von Jeremie Frimpong (64.) gekontert. Vorher hatten bereits Florian Wirtz (21.) und Moussa Diaby (34.) getroffen.

Bayern München und Borussia Dortmund sind längst ausser Sichtweite, auch zum drittplatzierten Leverkusen sind es schon sechs Punkte. Die wird man bis Weihnachten wohl nicht mehr aufholen. Zumal das nächste Spiel schon am Freitag beim 1. FC Union Berlin ist und Leipzig auswärts in dieser Bundesliga-Saison bisher noch kein Spiel gewonnen hat.

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