EHC Thun ringt am Lauerzersee den Meister nieder
Der EHC Thun reiste am Mittwoch zum zweifachen MHL-Meister EHC Seewen und wollte den Coup schaffen.

Das Wichtigste in Kürze
- Der EHC Thun startet furios und legt mit zwei Toren vor.
- Seewen erzielt den Anschluss und läuft dann Sturm.
- Die Thuner wehren sich erfolgreich und reisen mit drei Punkten vom Lauerzersee nach Hause.
Der EHC Thun zeigte zuletzt in Wetzikon eine gute Leistung, für Punkte reichte es jedoch nicht. Ein Unterfangen, dass gegen den Meister der letzten zwei Jahre sicher nicht einfacher werden würde.
Die Innerschweizer gaben sich in den ersten drei Partien keine Blösse und holten neun Punkte. Im Schnitt schoss der EHC Seewen dabei fünf Tore pro Partie. Die Thuner Defensive stand also vor einer Herausforderung.
EHC Thun mit furiosem Beginn
Das Spiel am Lauerzersee nimmt rasch Fahrt auf. Die Gäste aus dem Berner Oberland kommen gut rein. Nach drei Minuten hat Gyger eine erste kleine Chance, die Goalie Christian Schön zunichtemacht.
Unmittelbar danach schnappt sich Kelian Fiebiger eine verwaiste Scheibe in der Mittelzone und nimmt Gauch mit. Fiebiger läuft gleich durch und kann das harte Zuspiel von Gauch perfekt ablenken zum 0:1.

Unmittelbar nach Wiederanspiel kassieren die Hausherren eine Strafe. Das Thuner Powerplay – in dieser Saison bis anhin erfolglos – stellt sich auf.
Rossel verzögert geschickt, Gyger läuft dem Verteidiger im Rücken davon. Das Zuspiel findet genau die Schaufel von Gyger, der ablenken kann. Die Scheibe kullert irgendwie an Schön vorbei ins Tor.
Die Thuner belohnen sich für eine tolle Startphase gleich doppelt. Und beinahe wäre Lian Häsler gar noch das dritte Tor gelungen. In der erst achten Minuten alten Partie meldet sich dann auch der EHC Seewen in der Partie an.
Routinier Steiner erwischt Thun-Goalie Graf im kurzen Eck. Es steht nur noch 1:2.
Schön blutet, Seewen unzufrieden
Sekunden nach dem Anschlusstreffer kann Tallarico allein auf Graf losziehen. Der Thuner Goalie bewahrt seine Teamkollegen vor dem Seebner Doppelschlag. Drei Minuten vor der ersten Pause folgt der nächste Aufreger.
Goalie Schön wird unabsichtlich von einem Thuner Stock getroffen und blutet im Gesicht. Er wird bis zum Ende des Drittels durch Ersatztorhüter Kobler ersetzt. Da Schön seinen Frust per Stockschlag rausgelassen hatte, dürfen die Berner Oberländer gar in Überzahl auflaufen.
Das Powerplay dauert aber nur kurz. Nach einem Check von Rossel geht der Arm des Schiedsrichters bereits wieder hoch. Den emotionalen Reaktionen der Seebner ist anzumerken, dass ihnen der Spielstand gar nicht schmeckt.

Im Mitteldrittel dreht der zweifache Meister dann auf. Der EHC Thun kommt arg in Bedrängnis. Ein Tor von Steiner zählt nicht, da der Schiedsrichter das Spiel bereits unterbrochen hatte. Gleich danach verhindert Thuns Rösti nach einem schnellen Gegenstoss der Seebner den Einschlag in extremis.
Das Heimteam bleibt am Drücker, die Thuner müssen leiden, wehren sich aber mit Mann und Maus. Unmittelbar vor Spielmitte haben die Gäste Glück. Topscorer Langenegger trifft in Überzahl nur die Latte.
Nach 33 Minuten verpassen sowohl Schönmann als auch erneut Langenegger eine doppelte Chance zum Ausgleich. Eine Zeigerumdrehung benötigt der EHC Thun einen Gian Graf in Bestform. Der Goalie pariert stark mit der Fanghand gegen Langenegger.
Fiebigers Geniestreich beim Bully
Danach leistet sich das Heimteam Strafen, welche die ersten Offensivaktionen der Thuner im Mitteldrittel ermöglichen. Lian Häsler vergibt eine aussichtsreiche Gelegenheit aus dem Slot und hat danach Pech, als er den Pfosten trifft.
Eine Minute vor Drittelsende haben die Thuner dann wieder Glück. Nach einem schlechten Timing beim Wechsel müssten die Schwyzer eigentlich den Ausgleich erzielen, spielen aber zu kompliziert.
5 Sekunden vor der Pause schockt der EHC Thun dann das Heimteam! Nach einem genialen Trick beim Bully bedient Fiebiger seinen Sturmpartner Gauch, der Backhand einschiebt. Die Oberländer haben im Mitteldrittel kaum etwas vom Spiel, werden aber fürstlich belohnt.
Mit der 1:3-Führung geht es in den Schlussabschnitt. Da scheitert Langenegger nach einer halben Minute bereits alleine an Graf. Nach drei Minuten sorgt Sauthier mit einem Energieanfall für Entlastung. Christian Schön verhindert den vierten Gegentreffer.
Danach schaffen es die Gäste, die Fortsetzung des Seebner Sturmlaufs aus dem Mitteldrittel zu bremsen. Erst nach 52 Minuten wird es wieder brenzlig. Silvan Schönmann trifft im Powerplay den Pfosten.
Premierentor für Hasler
Als das Spiel bereits auf eine heisse Schlussphase hindeutet, machen die Thuner den Deckel drauf. Gyger und Hasler laufen nach einem Seebner Fehler den schnellen Gegenstoss.
Schön pariert den ersten Abschluss, Gyger schnappt sich aber sogleich wieder die Scheibe und spielt sie vors Tor. Dort steht Yael Hasler und schiebt ein. Es ist das Premierentor im Trikot des EHC Thun für den 19-Jährigen aus dem eigenen Nachwuchs.
Zwei Minuten vor dem Ende ist der nächste Seebner Pfostentreffer – dieses Mal von Bachmann – beinahe nur noch Makulatur. Eine Zeigerumdrehung vor Schluss trifft der EHC Thun gar noch ins leere Tor. Verteidiger Schweingruber hat vor dem eigenen Tor den Mut und donnert die Scheibe 50 Meter über Eis. Es ist die endgültige Entscheidung!

Die Thuner bezwingen mit etwas Wettkampfglück und trotz einiger fehlender Stammkräfte den zweifachen Meister. Für die Seebner ist es die erste Saisonniederlage.
Für die Berner Oberländer steht am Wochenende die dritte Auswärtsfahrt innert acht Tagen an. Auswärts tritt die Mannschaft von Coach Zehnder beim EHC Winterthur an.
Nächste Woche folgt am Mittwoch dann endlich das erste (richtige) Heimspiel. Die Kyburgstädter werden dabei den EHC Dübendorf im Grabengut empfangen.













