Voyeuristische TV-Aufnahmen sorgen an der Kletter-WM in Moskau für Unmut. Der Weltverband der Sportkletterer (ISFC) hat sich mittlerweile entschuldigt.
Johanna Färber
Sportkletterin Johanna Färber im Einsatz an der WM in Moskau. - instagram/_yohoney_

Das Wichtigste in Kürze

  • In Moskau findet noch bis Dienstag die Kletter-WM statt.
  • Der Wettkampf in Russland sorgt aber weniger wegen dem Sport für Aufsehen.
  • Vielmehr sorgen voyeuristische TV-Aufnahmen für einen Sexismus-Eklat.

«Der IFSC möchte sich zutiefst bei Johanna Färber, dem österreichischen Kletterverband und der gesamten Sportklettergemeinschaft für die Bilder entschuldigen, die während des Boulder-Halbfinals ausgestrahlt wurden.» Das schreibt der Weltverband der Sportkletterer in einer Stellungnahme.

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TV-Aufnahmen sorgen für Empörung

Was ist passiert? An der WM in Moskau kommt es beim Boulder-Halbfinal der Frauen zu einem Sexismus-Skandal. Der Hintern von Johanna Färber wird in Grossformat und Zeitlupe im Fernsehen gezeigt. Die Österreicherin bereitet sich dabei auf ihren zweiten Versuch vor.

IFSC
Die International Federation of Sport Climbing (IFSC) entschuldigt sich in einer Stellungnahme. - twitter/ifsclimbing

Im Internet sorgt die Szene für viel Unmut. Daraufhin reagiert der Verband – und sagt sorry. Weiter verspricht der IFSC «weite Schritte zu unternehmen, dass das aufhört und die Athleten geschützt werden».

Verbandspräsident Marco Scolaris hat laut «Krone» deutliche Worte gefunden. «Wie oft muss man eigentlich etwas falsch machen, bevor wir lernen, wie man es richtig macht?»

«Aufhören, Frauen im Sport zu sexualisieren»

Damit spricht der Italiener frühere, ähnliche Vorfälle an. Schon im Juni sorgen beim Wettkampf in Innsbruck nämlich voyeuristische TV-Bilder für Empörung. Auch damals mittendrin: Johanna Färber.

Johanna
Johanna Färber auf Instagram. - instagram/_yohoney_

Sekundenlange Po-Aufnahmen der 23-Jährigen lösen Ärger aus. Auf Instagram beschwert sich Färber damals öffentlich: «Das ist respektlos und ärgerlich. Ich bin eine Athletin und will meine beste Leistung zeigen. Wir müssen aufhören, Frauen im Sport zu sexualisieren und anfangen, ihre Leistungen zu schätzen!»

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Andrea Kümin
Andrea Kümin überzeugt an der Kletter-WM in Moskau. - keystone

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