Keine Spitzensport-RS für Luzerner Handball-Juwel Luca Sigrist
Im Sommer wechselt Handball-Senkrechtstarter Luca Sigrist in die deutsche Bundesliga. Davor muss er sich aber noch durch die RS rackern.

Das Wichtigste in Kürze
- Handball-Jungstar Luca Sigrist (20) muss aktuell die RS absolvieren.
- Eine E-Mail-Panne brachte ihn um die Chance auf die Spitzensport-RS.
- Im Sommer wechselt der Senkrechtstarter von Kriens-Luzern nach Deutschland.
Luca Sigrist ist der Aufsteiger beim Handballclub Kriens-Luzern. Der 20-jährige Luzerner spielt seit zwei Jahren für den Innerschweizer Verein. Im Sommer wechselt er zu MT Melsungen in die deutsche Bundesliga.
Davor muss Sigrist aber noch die Rekrutenschule absolvieren – und das nicht bei der Spitzensport-RS in Magglingen. Stattdessen ist der 20-Jährige in Emmen stationiert, als Systemsoldat in der bodengestützten Luftverteidigungsschule 33.

Sigrist beschreibt es im «SRF»-Interview so: «Ein Systemsoldat ist quasi der Hausabwart der Kaserne. Wir putzen, räumen auf und springen ein, wo Not am Mann ist.»
Aber warum ist das Handball-Juwel nicht in der Spitzensport-RS? Ein kleiner administrativer Fehler ist es, der Sigrist um diese Möglichkeit bringt. «Beim Schweizerischen Handballverband war eine falsche E-Mail-Adresse von mir hinterlegt», erklärt Sigrist.

«Dadurch erhielt ich unter anderem keine Einladung zum Infotermin in Magglingen.» Das Problem bemerkte er erst bei der Aushebung, da war die Anmeldefrist längst abgelaufen. «Am Anfang war ich schon frustriert», sagt Sigrist.
Kampfstiefel-Dispens für Luzerner Handball-Juwel
Trotzdem versucht er, seine Karriere parallel zur Dienstpflicht weiterzuentwickeln. Als sogenannter «qualifizierter Athlet» darf er vier Mal pro Woche je drei Stunden trainieren. Zudem darf er an Wettkämpfen teilnehmen.

Auch eine Sondergenehmigung für Turnschuhe hat er erhalten. Die Kampfstiefel belasteten seine Achillessehne zu stark. Weitere Vergünstigungen gibt es laut dem Sportler aber nicht. Immerhin darf er in Emmen bleiben, um in Kriens weiter trainieren zu können.
Der Handballclub passt Sigrists Training an die körperliche Belastung der RS an. Auch sein Schlaf spielt dabei eine Rolle. «Als Sportler sollte man acht bis zehn Stunden schlafen. Hier sind es nur noch sechs Stunden», sagt er.

Mittlerweile habe er sich arrangiert: «Es ist immer noch nicht einfach, aber ich habe gelernt, damit umzugehen.» Bis Mitte Mai jongliert Sigrist zwischen Training, Playoff-Spielen und Militärdienst. «Ich bin schon froh, wenn es durch ist.»








