Tischtennis: Düsseldorf feiert Champions-League-Triumph

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    Deutschland,

    Timo Boll hat die Tischtennis-Champions-League nun insgesamt sieben Mal mit zwei verschiedenen Vereinen gewonnen. Doch sein Sport entwickelt sich in eine Richtung, die die Frage aufwirft: Werden Stars wie er in Zukunft noch für ihren Club spielen können?

    Borussia Düsseldorf gewinnt die Tischtennis-Champions-League. Foto: Marius Becker/dpa
    Borussia Düsseldorf gewinnt die Tischtennis-Champions-League. Foto: Marius Becker/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach dem siebten Champions-League-Triumph seiner Karriere hatte Timo Boll nur noch eine Sorge: Dass beim Jubeln nicht ständig der Mund-Nasen-Schutz verrutscht.

    Mit 3:1 gewann Bolls Verein Borussia Düsseldorf das Finale gegen den deutschen Tischtennis-Meister 1. FC Saarbrücken, nach dem letzten Einzel stürmten alle Mitspieler auf den schwedischen Matchwinner Anton Källberg zu. Doch unbeschwerte Freude funktioniert kaum während einer Pandemie. Immer wieder rückten Boll und Co. ihre FFP2-Masken zurecht.

    Die Champions League ist auch im Tischtennis der wertvollste Pokal, den es für eine europäische Vereinsmannschaft zu gewinnen gibt. 1998 löste sie den alten Europacup der Landesmeister ab und seit Freitag hat die Borussia diesen Wettbewerb auch häufiger gewonnen als jeder andere Club (sechs Mal). Der 39 Jahre alte Boll war bei fünf dieser sechs Erfolge dabei und gewann die «Königsklasse» dazu noch zwei Mal mit seinem früheren hessischen Verein TTV Gönnern. «Ich hatte schon Bedenken, ob das nochmals klappt in meiner Karriere», sagte er nach dem Sieg gegen Saarbrücken. Jetzt sei er «sehr erleichtert».

    Über diesem corona-bedingt zum ersten Mal in nur acht Tagen an nur einem Ort ausgespielten Champions-League-Turnier schwebte jedoch neben der Abstands- und Hygiene-Thematik noch eine ganz andere Frage: Welche Zukunft haben dieser Wettbewerb und das in Europa so populäre Vereins- und Ligen-System im Tischtennis überhaupt noch?

    Denn im nächsten Jahr möchten der Weltverband ITTF und seine Marketing-Tochter «World Table Tennis» (WTT) eine neue Turnierserie etablieren, die den Topspielern langfristig kaum noch Zeit für ihre Club-Einsätze liesse. «Die Spieler sollen ihr Geld in Zukunft durch die Turnierserie verdienen und nicht mehr wie bisher in ihren Vereinen», sagte der deutsche Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov vom fünfmaligen Champions-League-Sieger Fakel Orenburg der Deutschen Presse-Agentur. «Das Ziel ist, dass wir etwa 30 bis 40 Prozent mehr Zeitaufwand für Turniere betreiben. Mit dem Effekt, dass irgendwann keine Zeit mehr dazu bleibt, für seinen Verein zu spielen.»

    Die Corona-Krise wird 2021 auch den Start der WTT-Tour einschränken. Doch die Konflikte werden längst geführt: auf der einen Seite Verbände wie der Deutsche Tischtennis-Bund, in denen «die Vereine und die Ligen eine sehr grosse Tradition haben» (Ovtcharov). Und auf der anderen Seite «World Table Tennis», dessen lukrative Turniere stark auf die Bedürfnisse der asiatischen Top-Nationen zugeschnitten sind.

    «Das muss alles zusammen gehen», sagte Borussia Düsseldorfs Manager Andreas Preuss der «Süddeutschen Zeitung». Dass das Champions-League-Turnier kurz nach den ersten internationalen Turnieren in China und kurz vor dem Weihnachtsfest noch durchgezogen wurde, war jedenfalls kein Zufall. Es war auch als Signal des europäischen Verbandes ETTU gedacht: Wir sind auch noch da!

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