«Widerstand zwecklos»: Mercedes-Dominanz erdrückt Formel 1

    DPA
    DPA

    Spanien,

    Gewinnt Mercedes in diesem Jahr jedes Formel-1-Rennen? Der fünfte Doppelerfolg der Silberpfeile in Serie lässt der Konkurrenz um Sebastian Vettel kaum noch Hoffnung. Lewis Hamilton ist das gar nicht recht.

    Mercedes-Pilot Lewis Hamilton feiert seinen Sieg in Barcelona. Foto: Manu Fernandez/AP
    Mercedes-Pilot Lewis Hamilton feiert seinen Sieg in Barcelona. Foto: Manu Fernandez/AP - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Im drohenden Titel-Langweiler der Formel 1 sorgt sich Lewis Hamilton um seinen Spassfaktor.

    Nach fünf Doppelerfolgen für Mercedes in den ersten fünf Saisonrennen vermisst der Superstar der Silberpfeile schon die Duelle mit seinem Dauerrivalen Sebastian Vettel, der mit Ferrari tief in der Formkrise steckt. «Nur in einem Team um die WM zu fahren, das sollte in der Formel 1 nicht so sein. Wenn der Kampf mit anderen Teams nicht da ist, dann ist es weniger aufregend», sagte Hamilton, nachdem er in Barcelona seinem Stallrivalen Valtteri Bottas die WM-Führung entrissen hatte.

    Mehr denn je hält Mercedes die Königsklasse im Klammergriff. Noch nie ist ein Rennstall so erfolgreich in ein WM-Jahr gestartet. Auf dem Circuit de Catalunya fuhren Hamilton und Bottas erneut in einer eigenen Liga. Kann Mercedes nun als erstes Team der Geschichte sogar alle Saisonläufe gewinnen? Teamchef Toto Wolff war diese Frage eher unangenehm. «Wir müssen bescheiden sein und mit den Füssen auf dem Boden bleiben», mahnte der Österreicher.

    Doch wer soll diese Silberpfeile stoppen? Ihr Vorsprung in Barcelona, der Referenzstrecke der Formel 1, schien auch dank der noch einmal verbesserten Aerodynamik gewaltig. Und dabei hat Mercedes anders als die anderen Hersteller noch nicht einmal die nächste Ausbaustufe des Motors gezündet. «Jeder Widerstand gegen dieses Ungetüm von einem Team erscheint zwecklos», urteilte der britische «Telegraph».

    Der Spannung und dem Zuschauer-Interesse ist diese erdrückende Übermacht kaum förderlich. «Die Leute sind vielleicht unglücklich über unseren Vorsprung vor Ferrari, aber das ist ja nicht unser Fehler», bemerkte Hamilton. «Wir wollen einfach so schnell sein, wie wir können. Keine Ahnung, warum die anderen zurückgefallen sind», fügte der Brite hinzu.

    48 Punkte Distanz hat der Weltmeister vor dem Monaco-Gastspiel in zwei Wochen schon zwischen sich und den WM-Vierten Vettel gelegt. «Wir müssen auf das Positive schauen und darauf aufbauen», sagte der Hesse. Was genau das nach dem bitteren Europa-Auftakt der Scuderia sein soll, liess Vettel indes offen. Statt wie erhofft die Lücke zu Mercedes zu schliessen, waren der 31-Jährige und Teamkollege Charles Leclerc als Vierter und Fünfter zu keiner Zeit konkurrenzfähig.

    «Wir sind ein starkes Team. Wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir das schnellste Auto bauen können», betonte Vettel. Doch die Fähigkeiten, die Ferrari in den Triumphjahren mit Rekordchampion Michael Schumacher zum Gradmesser der Formel 1 werden liessen, scheinen tief verschüttet. Seltsam fröhlich bekannte Teamchef Mattia Binotto seine Ratlosigkeit: «Es liegt am Abtrieb, an der Balance, vielleicht sogar am Konzept des Autos. Wir haben die Antwort nicht.»

    Angesichts des erneuten Schwächeanfalls bei Ferrari wirkten in Barcelona auch die Spekulationen um einen möglichen Wechsel von Superstar Hamilton zur Scuderia eher kraftlos. «Ich habe noch keine Pläne für meine Zukunft gemacht», sagte der 34-Jährige eher amüsiert über die Gerüchte. Bis Ende 2020 ist er noch an Mercedes gebunden, nur dort hat er derzeit die Aussicht auf weitere Siege und Titel. «Es ist das stärkste Auto, das wir je gebaut haben. Es ist das stärkste Team, das es je gegeben hat», schwärmte Hamilton. Und niemand wollte ihm widersprechen.

    Kommentare

    Weiterlesen

    herisa
    100 Interaktionen
    Gefahr
    bauer
    136 Interaktionen
    «Wächst kaum»

    MEHR IN SPORT

    WM
    Küng mit Defekt
    Roger Federer Thierry Henry
    3 Interaktionen
    «Er hat es gemacht»
    Zürich
    Zürich
    Schweizer Nati
    4 Interaktionen
    Nati-Neulinge

    MEHR AUS SPANIEN

    Kokain
    4 Interaktionen
    Vigo
    Real Madrid José Mourinho
    4 Interaktionen
    Atlético schlägt Real
    6 Interaktionen
    San Sebastián
    Ferrero Sinner Alcaraz
    1 Interaktionen
    Wildes Gerücht