«Wächst kaum»: Jetzt bangen Bauern schon um Ernte im nächsten Jahr
Der Sommer 2026 war extrem trocken – und ein Ende der Dürre ist nicht in Sicht. Die Landwirte bangen bereits um ihre Ernte im nächsten Jahr.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Sommer 2026 war heiss und trocken – die Dürre setzt den Bauern zu. Die Ernte 2027 könnte mager ausfallen.
- Auch das Futter bleibt deshalb knapp. Weiterhin müssen Bauern entweder teures Futter zukaufen oder Tiere schlachten.
- Entspannung ist nicht in Sicht: Meteorologen sehen in naher Zukunft noch «keine nennenswerten Niederschläge».
Der Sommer 2026 geht in die Geschichte ein: In der Schweiz und weiten Teilen Europas war der August so trocken wie seit 2012 nicht mehr. Das zeigen Daten der Europäischen Dürrebeobachtungsstelle (EDO).

Auch der Klimawandel an sich spielt eine Rolle. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind sich einig, dass höhere Temperaturen die Verdunstung von Wasser aus Böden und Pflanzen beschleunigen.
Ernte 2027 bedroht
Auch der Landwirt Fabrice Bersier aus Vesin (FR) konnte kürzlich ausgesätes Futter trotz neuer Saat nicht zum Wachsen bringen.

Gegenüber SRF sagt er: «Wenn es zu wenig Wasser gibt, werden einige Körner wieder nicht keimen. Das wird das Produktionspotenzial für die Ernte 2027 verringern.»
Auch andere Kulturen wie Raps entwickeln sich schlecht. Grund dafür ist der fehlende Regen.
«Es wächst kaum mehr Gras nach»
Das Pflanzenwachstum habe sich wegen erneuter Trockenheit in weiten Teilen des Landes eingestellt, sagt Sandra Helfenstein vom Bauernverband zu Nau.ch.
Der kurzzeitige Regen habe im August zwar «das Land wieder ergrünen lassen». Anhaltende Erleichterung brachte er jedoch nicht.

Helfenstein sagt: «Es wächst kaum mehr Gras nach, das die Betriebe zur Sicherstellung von ausreichend Futter für den Winter dringend brauchen.»
Bei den Kulturen seien vor allem die Zuckerrüben noch auf Wasser angewiesen.
Schlachten oder Futter kaufen: Bauern haben nur zwei Optionen
Welche Massnahmen Landwirte selbst ergreifen können, sei klar: «Es bleiben nur zwei Optionen», so Helfenstein. «Teures Futter zukaufen oder Tiere zum Schlachten geben.»
Bereits jetzt gibt es Fälle, in denen Pflanzen aufgrund der Trockenheit nicht wachsen. «Nach den Getreideernten wurde auf fast allen abgeernteten Feldern Zwischenfutter angesät», sagt sie.
Dieses wäre nun auf Wasser für weiteres Wachstum angewiesen.
Weiterhin kein Regen in Sicht
Weitere schlechte Nachrichten für die Landwirte: Der Wetterdienst Meteoschweiz hält auch in den nächsten Wochen die Chancen für Regen sehr gering.
«Bis auf weiteres sind keine nennenswerten Niederschläge in Sicht», sagt Daniela Schmuki von Meteoschweiz gegenüber Nau.ch. Es gehe mit trockenem und tagsüber warmem Hochdruckwetter weiter.
In der kommenden Woche liege die Schweiz weiterhin im «Einflussbereich eines Hochs in einer Südwestströmung».
Möglicherweise könnte aber eine Front im Laufe der Woche von Frankreich bis zur Schweiz vorstossen. Somit bestehe eine kleine Chance auf etwas Niederschlag.

«Es könnte jedoch auch sein, dass der Hochdruckeinfluss überwiegt und es über den Monatswechsel hinaus trocken bleibt», sagt Schmuki.
Die Modellberechnungen würden auch für die kommende Woche auf trockeneres Wetter als im langjährigen Durchschnitt hindeuten.
«Ein Wechsel zu nassem Herbstwetter wird auch für die weiteren Oktoberwochen aktuell nicht berechnet.»















