Stadt Zürich

Zürich setzt drei neue Stolpersteine gegen das Vergessen

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

In Zürich sind am Donnerstagnachmittag drei weitere Stolpersteine zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gesetzt worden. Die kleinen Messingtafeln erinnern an tragische Schicksale von Menschen aus der Region.

Am Donnerstag wurden in Zürich weitere Stolpersteine gesetzt, unter anderem für Rosa Sticki-Makow und ihre drei Töchter Florentine, Marie und Mauricette.
Am Donnerstag wurden in Zürich weitere Stolpersteine gesetzt, unter anderem für Rosa Sticki-Makow und ihre drei Töchter Florentine, Marie und Mauricette. - KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER

Die neuen Gedenktafeln im Stadtgebiet wurden am Donnerstag eingeweiht, wie der Verein Stolpersteine mitteilte. Einer davon ist der Zürcherin Madeleine Jeanne Lüthi gewidmet.

Die 1919 geborene Lüthi floh im Juni 1944 über die Grenze nach Frankreich, wurde jedoch kurz darauf von der Gestapo gefasst. Nach schwerer Zwangsarbeit in Leipzig deportierten die Nationalsozialisten sie wegen ihrer politischen Gesinnung in das Konzentrationslager Buchenwald. Dort erlitt sie schwerste Misshandlungen und wurde Opfer einer Zwangssterilisation.

Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz im Sommer 1945 wurde Lüthi nicht als Opfer empfangen, sondern wegen ihres illegalen Grenzübertritts zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Die Behörden verweigerten ihr über Jahrzehnte eine angemessene Entschädigung für ihr Leiden, da sie ihren Lebenswandel als moralisch verwerflich einstuften. Neben Lüthi erhielten am Donnerstag auch Margareta Gümpel sowie Rosa Sticki-Makow und ihre Töchter eine Gedenktafel vor ihren ehemaligen Wohnhäusern.

Stolpersteine sind ein europaweites Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Die kubischen Betonsteine mit einer beschrifteten Messingplatte werden bündig in den Boden vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Opfer verlegt.

Die Mahnmale sollen die Namen der Verfolgten zurück in den Alltag bringen. Sie erinnern nicht nur an die Opfer der Vernichtungslager, sondern auch an Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder politischen Haltung schikaniert wurden. In Zürich gibt es mittlerweile zahlreiche dieser Steine, die Passanten im Vorbeigehen zum Innehalten anregen sollen.

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