Würenlos AG will sich gegen Hitachi-Ansiedlung in Wettingen wehren

Keystone-SDA Regional
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Baden,

Der Gemeinderat von Würenlos AG hat Widerstand gegen den möglichen Campus des Industriekonzerns Hitachi Energy in der Nachbargemeinde Wettingen AG angekündigt. Würenlos wirft dem Kanton einen «raumplanerischen Skandal» vor. Es geht letztlich um 3000 Arbeitsplätze.

Hitachi
Auf der grünen Wiese in Wettingen AG könnte der Hauptsitz von Hitachi Energy mit bis zu 3000 Arbeitsplätzen angesiedelt werden. - Handout Wettingen AG

Ein Kritikpunkt des Gemeinderats ist die faktische Aushebelung des behördenverbindlichen Sachplans Landschaftsspange «Sulperg-Rüsler» aus dem Jahr 2012. Dies geht aus einer Medienmitteilung des Gemeinderats vom Montag hervor.

Dieser Plan sehe ausdrücklich vor, das betroffene Gebiet als letzten grossen grünen Siedlungstrenngürtel im Limmattal zu erhalten, hiess es. Zudem wirft Würenlos dem Kanton vor, seine raumplanerischen Pflichten verletzt zu haben, da die Suche nach Alternativstandorten unzulässig stark eingegrenzt worden sei.

Dabei gäbe es laut Würenlos besser geeignete Standorte. Der Gemeinderat verweist auf das raumplanerisch vorgesehene «Sisslerfeld» im Fricktal sowie auf eine bestens mit dem öffentlichen Verkehr erschlossene Industriebrache im zürcherischen Otelfingen.

«Diese Hauruck-Übung stösst auf Widerstand», schrieb der Gemeinderat: «Würenlos wird beim Richtplan alle rechtlichen Mittel ausschöpfen – wenn nötig bis vor Bundesgericht.» Der Gemeinderat sieht einen «gefährlichen Präzedenzfall auf Kosten der Lebensqualität».

Die Regierungsrat will die raumplanerischen Voraussetzungen für das grosse Wirtschaftsprojekt im Schnellzugstempo schaffen. Das Vorhaben im Gebiet «Tägerhardächer» könne die Wirtschaftsregion Limmattal massiv stärken, teilte der Regierungsrat am Freitag mit. Der Grosse Rat wird über die Änderung des kantonalen Richtplans entscheiden.

Laut Volkswirtschaftsdirektor Dieter Egli (SP) ist es entscheidend, dass die bestehenden rund 1000 Stellen von Hitachi im Kanton bleiben. Würde sich Hitachi für einen Standort ausserhalb des Kantons entscheiden, ginge dieses Beschäftigungspotenzial dem Aargau mit grosser Wahrscheinlichkeit verloren. Mit dem geplanten Hitachi-Campus sollen 2000 neue Stellen hinzukommen.

Obwohl der Regierungsrat, die Standortgemeinde Wettingen und der Regionalplanungsverband Baden Regio das Vorhaben unterstützen, ist der Deal nicht in trockenen Tüchern. Der definitive Standortentscheid von Hitachi Energy steht nach wie vor aus.

Die aktuelle Richtplananpassung ist eine Vorleistung: Entscheidet sich das Unternehmen am Ende gegen Wettingen, sollen sämtliche diesbezüglichen Beschlüsse des Grossen Rates automatisch dahin fallen.

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Kommentare

User #2087 (nicht angemeldet)

Eine gute Chance für die Region und für Wettingen 👍🏼 Würenlos sollte sich Schämen ! Die Region sollte sich jetzt schon auf den Verkehr vorbereiten, um bereit zu sein. Ich bin dafür und ich wohne in Wettingen Täggi

edelweisz

11 Hektar Fläche, ca. 15 Fussballfelder zu bebauen, ist das eine, die Erschliessung das andere. Ein Campus mit X-1’000 Menschen produziert Abwasser wie eine Kleinstadt. Da ist ein Kollaps vorprogrammiert. ÖV ist für Pendlerströme von X-1’000 zusätzlichen Personen nicht ausgelegt. Würenlos lieg an einem der stärksten belasteten Verkehrsknoten. Wenn X-1’000 Mitarbeitende und Besucher anreisen, geraten Autobahn und Durchgangsstrassen über ihre Staugrenzen. Wo sollen die X-1’000 Mitarbeitenden wohnen? Das Limmattal leidet ohnehin unter Wohnungsmangel. Ein solches Projekt treibt die Mieten nur exorbitant nach oben.

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