Bar-Brand: Lorenzos Leben hing am seidenen Faden, nun ist er zuhause

Antun Boskovic
Antun Boskovic

Italien,

Lorenzo Galli (15) gehört zu den Brandopfern von Crans-Montana. Nach monatelangem Kampf konnte er endlich das Spital in Mailand verlassen und nach Hause gehen.

Lorenzo Galli Crans-Montana Brandopfer
Lorenzo Galli bei einem seiner ersten Spaziergänge mit seiner Mutter, nachdem er aus dem Spital entlassen werden konnte. - Screenshot Rai Uno

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Januar benötigte Lorenzo (15) eine Lungen-Ersatzmaschine, um zu überleben.
  • «Wir hatten wirklich Angst, ihn zu verlieren», erzählt seine Mutter.
  • Zwischenzeitlich war Lorenzos Körpergewicht von 55 auf 36 Kilogramm gefallen.

Von allen jugendlichen Brand-Opfern aus Crans-Montana, die in Mailand behandelt wurden, sah es für Lorenzo Galli (15) am schlimmsten aus. Nun konnte er am 1. Mai endlich aus dem Spital entlassen werden und nach Hause gehen.

«Es kommt uns fast unwirklich vor», sagt seine Mutter, Elisabetta, zur «La Repubblica» dazu. Es liege zwar noch ein langer Weg vor ihrem Sohn, doch ein wichtiger Schritt sei erreicht worden.

Elisabetta erinnert sich zurück an die Brand-Nacht in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana. Als sie nach dem Brand dort angekommen seien, «haben wir Szenen gesehen, die wir nie vergessen werden».

«Hatten wirklich Angst, ihn zu verlieren»

Wohl noch mehr eingeprägt hat sich bei Lorenzos Eltern dieser Moment: Ihr Sohn musste Mitte Januar an eine Lungen-Ersatzmaschine angeschlossen werden, um zu überleben. «Sein Leben hing am seidenen Faden. Wir hatten wirklich Angst, ihn zu verlieren.»

Kennst du jemanden, der schwere Brand-Verletzungen erlitten hat?

Mutter Elisabetta ergänzt: «Als wir in den Ferien in Crans-Montana ankamen, wog er 55 Kilo. Dann war er bei 36 angelangt.» Jetzt gehe es ihm zum Glück wieder besser, Er habe wieder über zehn Kilo zugenommen.

Ihr Sohn habe Verbrennungen am Arm, am Hals und an den Ohren erlitten. Noch immer müsse Lorenzo mit einer Sauerstoffflasche herumlaufen.

Rückkehr nach Hause «seltsam und wunderschön» zugleich

Die Familie habe die letzten Monate quasi im Spital in Mailand gelebt. Dabei hätten weder ihr Mann noch sie arbeiten können. «Wir sind völlig erschöpft.»

Doch sie seien dankbar. Die Rückkehr ihres Sohnes nach Hause bezeichnet Elisabetta als «seltsam und wunderschön» zugleich.

«In der ersten Nacht habe ich nicht geschlafen. Ich bin die ganze Zeit bei ihm im Zimmer geblieben.»

«Möchte, dass er normales Leben ohne Einschränkungen führt»

Sie hätte die ganze Nacht überprüft, ob seine Atmung funktioniere und seine Lungen keine Probleme machten. Ohne den Schutz des Spitals hätten sie ein wenig Angst: «Er ist so zerbrechlich. Aber ich glaube, das ist normal.»

Sobald sich Lorenzo anstrengt, brauche er die Sauerstoff-Flasche. «Das erfordert viel Geduld. Er muss viel Physiotherapie machen, sowohl Bewegungs- als auch Atemtherapie, um wieder auf die Beine zu kommen.»

Die Familie gehe jetzt mit Lorenzo Schritt für Schritt. «Er ist fünfzehn Jahre alt. Ich möchte, dass er ein normales Leben ohne Einschränkungen führt», erklärt die Mutter.

Heisst: «Dass er nicht mit Sauerstoff herumlaufen muss, dass er keine bleibenden Schäden davonträgt. Das hat jetzt Priorität.»

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Kommentare

User #4708 (nicht angemeldet)

Kommentare zum Fremdschämen.

User #1943 (nicht angemeldet)

Müssen alle Crans-Schicksäle an die Öffentlichkeit? Wenn ja, warum?

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