Wohnungsnot beschäftigt Zürich seit über 80 Jahren
Wer in Zürich eine Wohnung sucht, muss Geduld und Geld haben. Ein Thema, das die Zürcherinnen und Zürcher schon seit über 80 Jahren begleitet. Damals dienten noch Baracken als Notunterkünfte.

Oft waren Baracken für obdachlose Familien die einzige Lösung: Die Siedlungen am Bucheggplatz, wie auf dem Foto aus dem Jahr 1946, und jene in Altstetten. Die Stadt hatte diese nach Kriegsende gebaut.
Die Bevölkerung wuchs und mit ihr auch die Ansprüche an Wohnfläche und Komfort. Die neu gebauten Wohnsiedlungen in der Agglomeration konnte sich nicht jeder leisten. Arme, Familien, Betagte und Invalide blieben in der Stadt.
Ab 1946 wurden sie bei der Wohnungssuche vom städtischen Büro für Notwohnungen unterstützt. Doch die vermittelten Wohnungen befanden sich in baufälligen Liegenschaften und waren nur vorübergehend bewohnbar. Weil die Nachfrage das Angebot an Notwohnungen massiv überstieg, waren auch die Barackensiedlungen stets gut gefüllt.
Auch heute noch ist die Wohnungssituation in Zürich angespannt. Wohnen in der Stadt ist beliebt. Das weiss auch die Finanzbranche und nutzt Mietwohnungen als Anlageobjekte.
Die Situation zeigt sich auch in der Abstimmung vom 14. Juni: Gleich über drei Vorlagen zur Wohnsituation können die Stimmberechtigten befinden. Gefordert wird der Schutz vor Leerkündigungen, der Bau von mehr günstigem Wohnraum und die Möglichkeit für Familien, sich wieder Eigentumswohnungen leisten zu können.






