Wildtierschutz will Luchs-Ansiedlungsstopp in Graubünden anfechten
Der Verein Wildtierschutz Schweiz macht Front gegen den Stopp einer geplanten Wiederansiedlung von zwei Luchsen im Kanton Graubünden. Dieser war durch einen Vorstoss der SVP im Grossen Rat zustande gekommen. Der Verein droht mit juristischen Schritten.

«Sollte der Kanton Graubünden die Wiederansiedlung der bewilligten Luchse formell ablehnen, werden wir den Entscheid rechtlich prüfen und – falls notwendig – fristgerecht anfechten», heisst es in einer Mitteilung des Vereins Wildtierschutz Schweiz vom Samstag.
Die Schweiz befinde sich in einer Biodiversitätskrise. Der Luchs sei ein Symbol für funktionierende Ökosysteme, hiess es weiter. Seine Ansiedlung sei kein politisches Experiment, sondern Teil einer langfristigen ökologischen Verantwortung.
Der Schutz einheimischer Arten sei zudem im Bundesrecht klar verankert, und die Kantone seien verpflichtet, diese Vorgaben umzusetzen.
Mit Vorstössen im Grossen Rat Graubünden hatte die SVP-Fraktion in der Dezembersession ein Projekt zur Wiederansiedlung von zwei Luchsen in der Surselva vorübergehend gestoppt. Die Tiere sollten nach versehentlichen Abschüssen von drei Luchsen durch einen Wildhüter in Graubünden ausgesetzt werden.
In diesem Monat hätte die Kampagne zur Gefangennahme eines Exemplars im Kanton Jura beginnen sollen. Für 2028 war die Freilassung eines zweiten Tieres aus den Karpaten – aus Rumänien oder der Slowakei – geplant.






