Urner Landrat will Umgang mit Smartphones an Schulen prüfen
Der Urner Landrat will Handys nicht per Gesetz aus den Klassenzimmern verbannen, sondern zuerst in einem Bericht klären, wie mögliche Regeln aussehen könnten. Er hat eine Motion in abgeschwächter Form als Postulat bei einer Enthaltung ohne Gegenstimme überwiesen.

Die Motion von SVP-Landrat Jonas Schär, mitunterzeichnet von Mitgliedern von Mitte, FDP und SP/Grünen, verlangte ein kantonales Handyverbot an Urner Schulen. Konkret soll die Nutzung privater Mobiltelefone während der gesamten Schulzeit auf dem Schulareal untersagt werden, ausgenommen in Notfällen oder auf Anweisung der Lehrperson.
Zusätzlich sollen Schulgeräte wie Tablets und Notebooks mit Schutzsoftware besser geschützt werden. Das Ziel sei ein «störungsfreier» Unterricht und mehr Schutz vor Cyberrisiken und Datenschutzverstössen.
«Ohne klare Regeln entsteht ein Flickenteppich», sagte der Motionär in der Debatte am Mittwoch. Er hätte sich von der Regierung «mehr Mut» gewünscht, sei aber bereit, die Motion, wie von der Regierung vorgeschlagen, in ein Postulat umzuwandeln. «Nicht aus Begeisterung, sondern damit das Anliegen rasch und vertieft geprüft werden kann.» Die Kinder hätten ein Recht auf einen «geschützten und konzentrierten Lernraum».
Die Sprechenden der Mitte und der FDP sahen es ähnlich und betonten die Wichtigkeit des Themas. Es brauche klare Richtlinien, die Schulen und Lehrpersonen entlasten, damit sie nicht als «Bösewichte» dastehen, sagte etwa Walter Tresch (FDP). Ein starres Gesetz sei nicht nötig und ein Bericht der «sinnvollere Weg», sagte Mitte-Landrat Mario Baumann.
Am kritischsten äusserte sich die GLP. Ein Handyverbot wirke wie eine einfache Lösung, entziehe den Schulen aber die Verantwortung. Smartphones seien aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. «Schülerinnen und Schüler sollen lernen, verantwortungsvoll damit umzugehen, begleitet und in einem geschützten Rahmen», sagte Loa Wild.
Die Regierung teilte das Anliegen des Motionärs, ein «gesundes Lernumfeld» zu fördern, wie sie in ihrer Antwort schrieb. Zudem unterstützte sie die Forderung nach Schutzsoftware auf schulischen Geräten. Ein generelles Handyverbot an Schulen hält sie für «pädagogisch nicht sinnvoll». Die Schulen erfüllten ihren Auftrag, sagte Bildungsdirektor Georg Simmen (FDP). Alle Lehrpersonen wollten keine abgelenkten Schüler und setzten Handys gezielt im Unterricht ein.






