Stadtberner Sozialdienst-Anlaufstelle verzeichnet lange Wartezeiten
Die Belastung der Anlaufstelle des Sozialdienstes der Stadt Bern hat in den vergangenen beiden Jahren massiv zugenommen. Der Zielwert von drei bis zehn Arbeitstagen für ein Erstgespräch wurde in diesem und im letzten Jahr durchgehend verfehlt.

Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort des Gemeinderats auf eine kleine Anfrage aus dem Stadtrat hervor. Aktuell liege die durchschnittliche Wartezeit bei 37 Tagen. Derzeit seien in 137 Dossiers noch Erstgespräche ausstehend, die allerdings bereits terminiert seien, hiess es weiter.
Als Hauptursachen nannte die Stadtregierung komplexere Fälle sowie Probleme mit einem neuen Auszahlungssystem der Arbeitslosenkassen. Deswegen seien im ersten Quartal des laufenden Jahres die Sozialhilfe-Anträge sprunghaft angestiegen. Rund 130 Personen, die eigentlich Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hätten, meldeten sich bei der Sozialhilfe.
Um die Situation zu entschärfen, stockte der Sozialdienst sein Personal auf. Ein Rückgang der Wartezeiten wird laut dem Gemeinderat für den Herbst erwartet.
Antragstellende in akuten finanziellen Notlagen würden in der Zwischenzeit mit Einkaufsgutscheinen unterstützt. Zudem nehme der Sozialdienst Kontakt mit Vermietern und Krankenkassen auf, um Mahnungen oder Wohnungsverluste zu verhindern.
Mittelfristig sollen die Prozesse und Strukturen im Sozialdienst im Detail analysiert und angepasst werden, wie der Gemeinderat weiter schrieb. Ein entsprechendes Projekt sei bereits lanciert worden, erfordere aber zusätzliche Ressourcen inklusive eines Nachkredits.






