Solothurn

    Solothurner Landeskirchen starten Petition wegen Spitalseelsorge

    Keystone-SDA Regional
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    Solothurn,

    Der Kanton Solothurn soll sich auch in Zukunft an der Kosten der Spitalseelsorge beteiligen. Das fordert eine Petition, die die drei Landeskirchen, eingereicht haben. Aktuell bezahlt der Kanton jährlich 730'000 Franken.

    Der Kanton Solothurn will sich nicht länger an der Spitalseelsorge, die auch im Bürgerspital Solothurn geleistet wird, beteiligen. Nun wurde eine Petition gestartet. (Archivbild)
    Der Kanton Solothurn will sich nicht länger an der Spitalseelsorge, die auch im Bürgerspital Solothurn geleistet wird, beteiligen. Nun wurde eine Petition gestartet. (Archivbild) - KEYSTONE/ANTHONY ANEX

    Mit der im Oktober gestarteten Petition will die Solothurnische interkonfessionelle Konferenz (Siko) dies beibehalten. Ziel sind 2000 Unterschriften, wie dem Petitionstext zu entnehmen ist. Aktuell haben über 1200 Personen unterschrieben. Die Petition läuft bis Ende November.

    Dann soll sie an den Kantonsrat übergeben werden. Pünktlich zur Dezembersession, in der das Parlament über das Budget befinden wird. «Wir wollen, dass der Kantonsrat den Sparauftrag des Regierungsrats über den Haufen wirft», erklärt Ruedi Köhli, Präsident der Siko.

    Denn die Seelsorge leiste wertvolle Arbeit – etwa Begleitungen, Krisenintervention oder Palliative Care. «Ausserdem ist der Kanton zur Seelsorge verpflichtet. Das steht im Gesundheitsgesetz», gibt Köhli zu Bedenken.

    Die Nachfrage nach Seelsorge steige, steht in der Petition weiter. Die Zahl der Kontakte sei seit 2022 um rund einen Drittel gestiegen, bei gleichbleibenden Stellenprozenten.

    «Kirchen können nicht alles selbst bezahlen»

    Der Kanton hatte die Streichung des Seelsorge-Geldes Teil seines Massnahmenplans 2024 geschnürt. Für 2027 ist noch ein Beitrag von 200'000 Franken geplant, für 2028 noch 100'000 Franken. Das geht aus dem Globalbudget Gesundheit 2027-2029 hervor.

    Der Kanton erklärt die Streichung seines Beitrags im Globalbudget auch mit dem Finanzausgleich von 10 Millionen Franken, die die Siko jedes Jahr erhält. Köhli: «Davon gehen 4 Millionen an die Landeskirchen. Wenn wir davon auch noch die 730'000 Franken komplett übernehmen müssten, hätten wir ungefähr einen Viertel weniger Geld für andere kirchliche Aufgaben zur Verfügung.»

    Aktuell ist geplant, dass die drei Landeskirchen ihre jährlichen Beiträge an die Spitalseelsorge um 130'000 Franken erhöhen. Zudem wolle die Solothurner Spitäler AG einen Beitrag von 200'000 Franken sprechen. «Dann haben wir aber immer noch eine Lücke von 400'000 Franken», erklärt Köhli. Hier komme der Kanton ins Spiel.

    2025 über 10'000 Patientenkontakte geleistet

    Ohne Unterstützung des Kantons muss die Seelsorge laut Köhli Angebote streichen. Denkbar seien weniger Begleitungen, geringere Verfügbarkeit in Krisen oder eine geringere Entlastung für Pflege und Ärzteschaft.

    Die Spitalseelsorge im Kanton Solothurn verfügt für das laufende Jahr über ein Budget von 1,48 Millionen Franken. Der Kanton beteiligte sich bisher an diesem Budget mit 48 Prozent, die Landeskirchen mit 52 Prozent.

    Gemäss eigenen Angaben leitete die Seelsorge 2025 über 10'000 Patientenkontakte. Aktuell umfasse die Spitalseelsorge im Kanton 10 Personen mit total 660 Stellenprozenten.

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