So reagieren die Gewinner und Verlierer der Bündner Wahlen
Die SVP ist in Graubünden die Wahlsiegerin. Sie kehrt in die Bündner Regierung zurück und gewinnt zehn Sitze im Parlament dazu. Als Siegerin können sich auch die Grünen sehen. Keystone-SDA hat Reaktionen der grössten Gewinner und Verlierer der Wahl gesammelt.

«Wir hätten nie gedacht, dass wir dieses Ziel erreichen würden. Wir sind der Bündner Bevölkerung sehr dankbar», kommentierte der Präsident der Bündner SVP, Roman Hug, das Abstimmungsergebnis. Nachdem die SVP lange Zeit ohne Regierungsverteter die Oppositionrolle innehatte, kann sie nun wieder mitregieren. Hug sagte dazu: «Wir haben immer einen würdevollen Ton bewahrt und im Parlament viele Kompromisse zugunsten der Bündner Bevölkerung geschlossen.»
Anders ist die Gefühlslage bei Mitte-Präsident Kevin Brunold. Die Mitte-Partei schrumpft im Parlament von 34 auf 28 Sitze und verliert einen Regierungssitz. «Es tut weh, besonders wenn man an die Grossrätinnen und Grossräte denkt, die es nicht geschafft haben», erklärte Brunold gegenüber Keystone-SDA und betonte, dass sich die Partei weiterhin für das Wohl des Kantons Graubünden einsetzen werde.
Was genau zu der Niederlage geführt hat, werde nun Gegenstand parteiinterner Diskussionen sein. Laut Brunold hat wahrscheinlich auch die hohe Beteiligung an den eidgenössischen Abstimmungen eine Rolle gespielt.
Das Bündner Parlament rückt mit den Abstimmungsergebnissen nach rechts und präsentiert sich zersplitterter. Neben den traditionell grossen Parteien – SVP, Mitte, FDP und SP – gelingt es den Grünliberalen (GLP), ihre sieben Sitze zu halten. Den Grünen, die zum ersten Mal eigenständig angetreten sind, gelang zudem der Sprung über die nötige Hürde, um eine eigene Fraktion zu bilden.
Die sieben Sitze sind eine Überraschung für die Präsidentin der Grünen, Anita Mazzetta. «Unser Ziel waren fünf Sitze. Ich hätte nie gedacht, dass wir sieben erreichen würden, und ich bin extrem zufrieden mit dem Ergebnis», sagte sie gegenüber Keystone-SDA. Da sie nicht mehr Teil der SP-Fraktion sind, können sich die Grünen nun stärker profilieren und im Grossen Rat ihre eigene Politik machen.
In der letzten Legislaturperiode besetzten die Grünen nur zwei Sitze. «Der Grosse Rat wird zersplitterter und spiegelt so die Meinungen der Bevölkerung wider. Das ist das Ziel von Proporzwahlen», schloss Mazzetta.
Die SP, die fünf Sitze verlor, und deren Fraktion aufgrund des Grünen-Alleingangs gar um sieben Sitze schrumpft, strich in einer Mitteilung das Positive heraus: «Mit insgesamt 27 Sitzen für SP und Grüne behauptet sich das soziale und ökologische Lager im Grossen Rat. Die SP muss dabei Sitzverluste hinnehmen, gleichzeitig zieht eine gestärkte Grüne-Fraktion ins Parlament ein. Das Lager bleibt stabil und ist neu breiter aufgestellt», schreibt die SP. Sie zeigt sich ausserdem erfreut über die Wiederwahl ihres Regierungsrats Peter Peyer.
Die neue Legislaturperiode startet im August mit folgender Sitzverteilung im Parlament: SVP 35 Sitze, Mitte 28 Sitze, FDP 23 Sitze, SP 20 Sitze, GLP 7 Sitze und Grüne 7 Sitze.






