Simon Leuenberger: «Wählen ist nicht selbstverständlich»
Simon Leuenberger (Mitte) erinnert in seinem Gastbeitrag daran, wie wichtig das Wahlrecht ist. Und ruft die Zuger Bevölkerung zur Teilnahme an den Wahlen auf.

In wenigen Tagen entscheiden wir im Kanton Zug, wer uns in den nächsten vier Jahren politisch vertreten wird. Dabei geht manchmal vergessen, was für ein Privileg es ist, überhaupt wählen zu dürfen.
Wir können mitbestimmen, wer unsere Interessen vertritt, welche politischen Schwerpunkte gesetzt werden und welche Personen unsere Gemeinden und unseren Kanton prägen. Niemand schreibt uns vor, wen wir wählen müssen. Wir dürfen selbst entscheiden. Dieses Recht ist alles andere als selbstverständlich.
In vielen Ländern können Menschen ihre politische Vertretung nicht frei bestimmen oder haben kaum Einfluss darauf, wer Entscheidungen trifft. Bei uns liegt regelmässig ein Wahlcouvert im Briefkasten. Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb wir manchmal vergessen, wie wertvoll es eigentlich ist.

Demokratie funktioniert aber nicht von selbst. Sie lebt davon, dass sich Menschen einbringen. Dass sie diskutieren, unterschiedliche Meinungen aushalten und am Ende auch tatsächlich ihre Stimme abgeben.
Wer nicht wählt, überlässt die Entscheidung anderen. Gerade bei kantonalen und kommunalen Wahlen lohnt sich ein genauer Blick. Viele Entscheide, die uns unmittelbar betreffen, werden hier gefällt.
Deshalb ist es wichtig, sich zu überlegen, wem man diese Verantwortung für die nächsten vier Jahre anvertrauen möchte. Man muss dafür nicht jedes politische Geschäft bis ins letzte Detail kennen. Es reicht schon, sich mit den Kandidierenden auseinanderzusetzen, Fragen zu stellen, Gespräche zu führen und sich eine eigene Meinung zu bilden.
Das Wahlcouvert auszufüllen braucht nur wenige Minuten. Die Wirkung dieser Entscheidung reicht vier Jahre. Darum: Nutzen wir dieses Privileg.
Nicht, weil wir müssen, sondern weil wir dürfen. Und entscheiden wir uns für Menschen, die zuhören, Lösungen suchen und bereit sind, über Parteigrenzen hinweg Verantwortung zu übernehmen. Für Sachpolitik statt Polarisierung: Die Mitte wählen.
Zum Autor
Simon Leuenberger ist Kantonsrat, Die Mitte Menzingen.
Hinweis
Dieser Gastbeitrag ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.








