Luzian Franzini (ALG): «Das Klima und das Portemonnaie schützen»
Der Zuger ALG-Kantonsrat Luzian Franzini zieht in seinem Gastbeitrag Bilanz zum Hitzesommer 2026 und fordert mehr Tempo beim Klimaschutz.

Nun ist er definitiv vorbei, der Sommer 2026. Auch wenn es viele schöne Momente gab, hinter uns liegt ein Sommer der Extreme – geprägt von Dürre, ausgetrockneten Bächen und einer traurigen Übersterblichkeit. Mehrere Hundert ältere Personen sind diesen Sommer aufgrund der Hitze in der Schweiz verstorben.
Die Klimakrise ist Realität und hinterlässt nebst persönlichen Schicksalen auch eine finanzielle Spur der Verwüstung. Allein der Hitzesommer 2026 kostete die Wirtschaft laut einer neuen Studie 2,1 Milliarden Franken, weil die Produktivität unter der Hitze massiv litt.

Klimaschutz ist somit knallharte Wirtschafts- und Sicherheitspolitik. Doch die rechte Mehrheit mit SVP, FDP und Mitte im Zuger Kantonsrat schläft weiter und weigerte sich noch im letzten Jahr, überhaupt einen Vorstoss für einen Hitzeaktionsplan zur Prüfung zu überweisen.
Mit dem Verweis auf «Eigenverantwortung» stiehlt sich die Politik aus der Pflicht. Das ist zynisch, denn vulnerable Gruppen, ältere Menschen und Bauarbeiter können sich nicht einfach selbst schützen. Wir müssen Betonwüsten aufbrechen, Bäume pflanzen und Schulen sowie Pflegeheime energetisch sanieren.
Doch Anpassung ist nur die halbe Miete. Wir müssen das Problem bei der Wurzel packen und die Energiewende beschleunigen. Beim aktuellen Tempo würde es in Zug noch über hundert Jahre dauern, bis das Solarpotenzial ausgeschöpft ist.
Um das zu ändern, müssen wir alle Flächen nutzen und die Energiewende sozial gerecht gestalten. Dabei müssen auch die 64 Prozent der Mietenden einbezogen werden, welche keinen Einfluss auf Dachanlagen haben. Deshalb haben wir ein Postulat für Balkonsolaranlagen eingereicht.
Zum Autor
Luzian Franzini (*1996) ist Präsident und Kantonsrat Alternative – die Grünen, Stadt Zug.
Diese Plug-and-Play-Kleinanlagen bis 600 Watt ermöglichen es Mieterinnen und Mietern, unkompliziert eigenen, günstigen Solarstrom zu produzieren. Jede Balkonsolaranlage senkt die Stromrechnung, baut geopolitische Abhängigkeiten ab und schützt unser Klima. Es ist Zeit, dass die Zuger Politik diese konkreten Lösungen anpackt.

Hinweis
Dieser Gastbeitrag ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.








