Ostschweizer Kantone sehen Potenzial für KI in der Verwaltung
Fünf Ostschweizer Kantone und das Fürstentum Liechtenstein haben den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der öffentlichen Verwaltung analysiert. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen über 120 mögliche Anwendungsfälle auf.

Ziel der seit Frühling 2025 laufenden Analyse sei es gewesen, konkrete Einsatzmöglichkeiten zu finden und zu bewerten, teilten die Kantone Graubünden, St. Gallen, Thurgau, Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden sowie das Fürstentum Liechtenstein am Dienstag mit. Für jeden der über 120 Anwendungsfälle sei eine Erstbewertung zu Nutzen, Machbarkeit und Risiken vorgenommen worden.
Die potenziellen Einsatzbereiche reichten von Büroassistenz über Auskunftserteilung bis zur datenbasierten Entscheidungsunterstützung, hiess es auf Anfrage von Keystone-SDA in Graubünden. Die Resultate sind in einer interaktiven Übersicht öffentlich zugänglich gemacht worden – konkrete Anwendungsfälle mit erheblichem Mehrwert würden nun vertiefter geprüft und priorisiert.
Die interkantonale Zusammenarbeit soll aufgrund des Erfolgs fortgesetzt werden. Die Sammlung der Anwendungsfälle werde regelmässig aktualisiert und erweitert. Zudem wollen die Beteiligten ihre Erfahrungen bei der Umsetzung von KI-Projekten austauschen.
In Graubünden habe die Regierung aufgrund der Analyse Grundsätze bei der Nutzung von KI festgelegt. Ein Schwerpunkt liege auf einem verantwortungsvollen und transparenten Einsatz. Hierfür seien verschiedene Massnahmen nötig, so die Behörde weiter.
Voraussichtlich werde Graubünden in den nächsten Jahren die KI-Konvention des Europarats im kantonalen Recht umsetzen müssen. Erste Arbeiten hierzu laufen bereits. Weiter sei der Aufbau eines Transparenzregisters für eingesetzte KI-Systeme in der Verwaltung geplant. Ausserdem würden Weiterbildungsangebote für die Mitarbeitenden der Verwaltung im Bereich KI angeboten.






