Linke kritisieren Kanton Zürich und Essenslieferant Just Eat
Die Zürcher SP, Grüne und AL haben am Montag im Kantonsrat den Essenslieferanten Just Eat harsch kritisiert, weil er künftig vermehrt auf «selbständige Kuriere» setzen will. Die Volkswirtschaftsdirektion müsse endlich handeln.

Menschen sollten nicht für die Lieferung eines Matcha Latte morgens um zwei Uhr arbeiten müssen, sagte Manuel Sahli (AL, Winterthur) bei der gemeinsamen Erklärung von SP, Grünen und AL.
Damit reagierten die linken Parteien auf eine Ankündigung des Essenslieferanten Just Eat von vergangener Woche, der künftig vermehrt auf Selbständige setzen will. Im Zuge dieser Umstellung will Just Eat mehrere Hundert der rund 700 Kuriere entlassen.
Die Nachfrage nach Lieferungen verteile sich zunehmend bis in die Nacht. Mit fest angestellten Kurieren und Schichtplänen, die zwei Wochen im Voraus festgelegt würden, lasse sich diese Flexibilität nicht gewährleisten, begründete Just Eat die Pläne.
«Müssen als Arbeitgeber eingestuft werden»
Die linken Parteien forderten «ein klares Signal des Kantons Zürich», konkret von der Volkswirtschaftsdirektion von Carmen Walker Späh (FDP). «Sie muss solche Kurierdienste als Arbeitgeber einstufen», sagte Sahli. Der Kanton mache sich sonst mitschuldig an dieser Massenentlassung.
Just Eat habe seit Jahren beobachten können, wie Konkurrent Uber dem Kanton Zürich auf der Nase herumgetanzt sei. «Zürich schläft», so Sahli. Damit meint er das Bundesgerichtsurteil, das Uber-Fahrer als «Unselbständig Erwerbende» einstufte. Nur in der Westschweiz wurde es jedoch durchgesetzt, weshalb Just Eat dort niemanden entlassen kann. Just-Eat-Kuriere in der Westschweiz bleiben Angestellte.






