Köniz BE: Das Handyverbot für Schüler macht Schule!
Der Basler Elternrat profitiert von der Vorarbeit der Könizer Elterninitiative: So setzt man ein Handy-Verbot für U13 auch im privaten Rahmen um.

Das Wichtigste in Kürze
- Basler Eltern interessieren sich für das Handy-Verbots-Konzept der Elterninitiative in Köniz BE.
- Dieses wird nicht nur an, sondern auch ausserhalb der Schule durchgesetzt.
- Köniz setzt dabei auf Freiwilligkeit und Transparenz: So soll dem sozialen Druck begegnet werden.
Das Könizer Konzept für Smartphone- und Soziale-Medien-Verbote in der Schule – macht Schule.
Offenbar stösst die von betroffenen Eltern entworfene Herangehensweise auch in anderen Teilen der Schweiz auf Interesse. Zum Beispiel bei der auf fünf Schulhäuser verteilten Primarstufe Theodor in Basel.
Die Grundidee der Könizer Elterninitiative: Es braucht auch private Regeln und diese sollen gemeinsam getragen werden. Wie auch in Basel sind in Köniz Handys in der Schule verboten: Sie müssen beim Betreten des Schulareals ausgeschaltet und bei Unterrichtsbeginn deponiert oder der Lehrperson abgegeben werden.
Erst nach Unterrichtsschluss erhält man das Smartphone wieder zurück. Hier setzt die Elterninitiative an: Kinder sollen bis zur siebten Klasse gar kein Handy besitzen, Social Media gibt es erst ab der neunten Klasse.
Nicht mit einem Verbot, sondern mit einem Bekenntnis der Eltern auf einer Online-Plattform. Damit man den entscheidenden, argumentativen Vorteil hat: «Nein, liebes Kind, es stimmt nicht, dass ‹alle anderen auch dürfen›».
Handy-Verbot: Das, was noch fehlt
Dieses Konzept habe ihnen eingeleuchtet, sagt die Kleinbasler Elternrätin Adrienne Hungerbühler gegenüber dem «Regionaljournal Basel Baselland». «Wir haben gesagt: Hey, genau das ist es eigentlich, was noch fehlt», so Hungerbühler.
Köniz sei dann sehr hilfreich gewesen für sie: Weil man von all den Überlegungen, die sie sich von Anfang an gemacht hatten, profitieren konnte.
Von Köniz in die ganze Schweiz
Tobias Löhrer, Vater zweier schulpflichtiger Kinder und Mitinitiant des privaten Handy-Verbots in Köniz bestätigt denn auch: Es kommen Anfragen aus der ganzen Schweiz. Nun habe man eine Zusammenfassung des Könizer Konzepts gemacht, sagt er gegenüber dem Regionaljournal.
«Von all unseren Unterlagen, von den Kommunikationen, von den Learnings, von den Dos and Don'ts», so Löhrer. Halt von allem, was man künftig interessierten Eltern aus der ganzen Schweiz mitgeben will.

Denn gerade die Eltern scheinen zu wollen – eigentlich. Das zeigte auch die Umfrage, die die Elterninitiative vorgängig in Köniz durchführte: 80 Prozent der Eltern waren bereit, ihren Kindern bis zur siebten Klasse kein eigenes Smartphone zu geben.
Weitere zehn Prozent der Eltern fanden das ebenfalls eine gute Idee. Das Problem: Deren Kinder hatten blöderweise bereits ein Handy, oder zumindest eins versprochen erhalten.













