Köniz BE: Das Handyverbot für Schüler macht Schule!

Matthias Bärlocher
Matthias Bärlocher

Köniz,

Der Basler Elternrat profitiert von der Vorarbeit der Könizer Elterninitiative: So setzt man ein Handy-Verbot für U13 auch im privaten Rahmen um.

Handyverbot Smartphone Schule
Smartphones finden trotz klarer Regeln ihren Weg in den Schulalltag. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Basler Eltern interessieren sich für das Handy-Verbots-Konzept der Elterninitiative in Köniz BE.
  • Dieses wird nicht nur an, sondern auch ausserhalb der Schule durchgesetzt.
  • Köniz setzt dabei auf Freiwilligkeit und Transparenz: So soll dem sozialen Druck begegnet werden.

Das Könizer Konzept für Smartphone- und Soziale-Medien-Verbote in der Schule – macht Schule.

Offenbar stösst die von betroffenen Eltern entworfene Herangehensweise auch in anderen Teilen der Schweiz auf Interesse. Zum Beispiel bei der auf fünf Schulhäuser verteilten Primarstufe Theodor in Basel.

Die Grundidee der Könizer Elterninitiative: Es braucht auch private Regeln und diese sollen gemeinsam getragen werden. Wie auch in Basel sind in Köniz Handys in der Schule verboten: Sie müssen beim Betreten des Schulareals ausgeschaltet und bei Unterrichtsbeginn deponiert oder der Lehrperson abgegeben werden.

Erst nach Unterrichtsschluss erhält man das Smartphone wieder zurück. Hier setzt die Elterninitiative an: Kinder sollen bis zur siebten Klasse gar kein Handy besitzen, Social Media gibt es erst ab der neunten Klasse.

Nicht mit einem Verbot, sondern mit einem Bekenntnis der Eltern auf einer Online-Plattform. Damit man den entscheidenden, argumentativen Vorteil hat: «Nein, liebes Kind, es stimmt nicht, dass ‹alle anderen auch dürfen›».

Handy-Verbot: Das, was noch fehlt

Dieses Konzept habe ihnen eingeleuchtet, sagt die Kleinbasler Elternrätin Adrienne Hungerbühler gegenüber dem «Regionaljournal Basel Baselland». «Wir haben gesagt: Hey, genau das ist es eigentlich, was noch fehlt», so Hungerbühler.

Sollte es für Kinder ein Social-Media-Verbot geben?

Köniz sei dann sehr hilfreich gewesen für sie: Weil man von all den Überlegungen, die sie sich von Anfang an gemacht hatten, profitieren konnte.

Von Köniz in die ganze Schweiz

Tobias Löhrer, Vater zweier schulpflichtiger Kinder und Mitinitiant des privaten Handy-Verbots in Köniz bestätigt denn auch: Es kommen Anfragen aus der ganzen Schweiz. Nun habe man eine Zusammenfassung des Könizer Konzepts gemacht, sagt er gegenüber dem Regionaljournal.

«Von all unseren Unterlagen, von den Kommunikationen, von den Learnings, von den Dos and Don'ts», so Löhrer. Halt von allem, was man künftig interessierten Eltern aus der ganzen Schweiz mitgeben will.

Kinder Smartphones
In Köniz BE verbünden sich die Eltern, damit Kinder von den schlechten Auswirkungen der Handys länger verschont bleiben. (Symbolbild) - keystone

Denn gerade die Eltern scheinen zu wollen – eigentlich. Das zeigte auch die Umfrage, die die Elterninitiative vorgängig in Köniz durchführte: 80 Prozent der Eltern waren bereit, ihren Kindern bis zur siebten Klasse kein eigenes Smartphone zu geben.

Weitere zehn Prozent der Eltern fanden das ebenfalls eine gute Idee. Das Problem: Deren Kinder hatten blöderweise bereits ein Handy, oder zumindest eins versprochen erhalten.

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #5047 (nicht angemeldet)

Es zeigt dass die heutigen Eltern das Handyverbot gut finden, aber durchsetzen sollte es die Schule, sie wollen nur als die Lässig-Lockeren gesehen werden, und das ist schon in vielen anderen Dingen so.

User #3818 (nicht angemeldet)

ich habs durchgesetzt. Meine Mädels bekamen erst mit 12 ein Handy (Eintritt in die Oberstufe). Social Media handhabte ich so, dass sie mit 12 nur Whatsapp hatten. Dann zu jedem Geburtstag erfolgte eine App mehr. So konnten sie sich allmählich rantasten - und ich installierte eine spezielle App, mit der ich Handyzeiten steuern kann. Die Grosse wird nun 18 und hat somit alles offen. Die Kleine ist 14 und noch eingeschränkt. Leider bin ich allein auf weiter Flur mit dieser Massnahme, was auch immer wieder für Diskussionen sorgt. Die Lehrer in der Schule loben mich allerdings und meinen, dass alle Eltern dies so handhaben müssten. Aber heute stellt man halt 2jährige am Esstisch mit dem Tablet ruhig und später ab 7 dann mit dem Handy.. So haben die Eltern auch nach der Kita Zeit nix zu tun... Aber Hauptsache, man hat Kinder...

Weiterlesen

Kinder Smartphones
62 Interaktionen
In Köniz BE
Regina Durrer Smartphone-Verbot
46 Interaktionen
«Entlastet Eltern»
TikTok
38 Interaktionen
Jugendschutz
Betreutes Wohnen
31 Interaktionen
Im Alter

MEHR AUS AGGLO BERN

Ambulanz
4 Interaktionen
Moosseedorf BE
– Zollikofen
Zollikofen
Zollikofen
1 Interaktionen
Zollikofen
Kinder Deutsch
1 Interaktionen
Köniz