Kanton Bern muss Suizidpräventionsstrategie in Angriff nehmen

Keystone-SDA Regional
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Bern,

Der Berner Regierungsrat muss einen Expertenbericht zur Suizidprävention in Auftrag geben. Der Grosse Rat hat am Dienstag einen breit abgestützten Vorstoss von Valentina Achermann (SP) einstimmig überwiesen – auf Antrag der Regierung aber in der abgeschwächten Form eines Postulats.

SP-Grossrätin Valentina Achermann brachte eine kantonale Suizidpräventionsstrategie auf die Traktandenliste. (Archivbild)
SP-Grossrätin Valentina Achermann brachte eine kantonale Suizidpräventionsstrategie auf die Traktandenliste. (Archivbild) - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Der Grosse Rat war sich einig über den Handlungsbedarf in der Suizidprävention. In den Worten von Sarah Gabi Schönenberger (SP): «Jeder Suizid und jeder Suizidversuch ist einer zu viel.» Die Regierung muss nun einen Expertenbericht in Auftrag geben, der die bestehenden Massnahmen analysiert, Defizite aufzeigt und Vorschläge für das weitere Vorgehen macht. Auf Grundlage dieses Berichts soll sie dann eine Gesamtstrategie prüfen.

In der ursprünglichen Form einer Motion hatten die Mitvorstösserinnen und Mitvorstösser direkt eine Gesamtstrategie gefordert, die bestehende Versorgungslücken analysiert und sogleich schliesst. Entsprechend argumentierten SP, Grüne, GLP und EVP gegen die Abschwächung: «Lücken nur auf dem Papier festzuhalten, hilft den Angehörigen nicht weiter», sagte Simone Leuenberger (EVP).

Die bürgerliche Ratsmehrheit stellte sich aber auf die Seite der Regierung. Bevor neue Mittel geschaffen werden, brauche es «eine gute Grundlage und eine ehrliche Analyse», sagte Christa Krähenbühl (SVP) mit Verweis auf die bestehenden Angebote.

Auch ein regelmässiges und anonymisiertes Monitoring von Suiziden und Suizidversuchen gab das Parlament mit 77 Ja- zu 63 Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen als Postulat in Auftrag – mit den Stimmen von EDU-Mitgliedern. Die Regierung hatte die Statistik gänzlich abgelehnt, weil es an einer nationalen Datengrundlage fehlt.

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