Bauer wässert für 20'000 Franken – dann zerstört Hagel die Ernte
In fünf Minuten wurde die Ernte des Zürcher Gemüsebauers Adrian Schlatter «zusammengehagelt» – nachdem er 20’000 Franken für die Bewässerung ausgegeben hatte.
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Das Wichtigste in Kürze
- Der schwere Hagelsturm vom vergangenen Freitag hat in vielen Teilen der Schweiz grosse Schäden angerichtet.
- Gemüsebauer Adrian Schlatter aus Zürich gab diesen Sommer 20’000 Franken für die Bewässerung seines Gemüses aus.
- Nun wurde seine Ernte vom Hagel zerstört – und ein Grossteil der Ernte ist «unverkäuflich».
Der schwere Hagelsturm vom vergangenen Freitag hat in vielen Teilen der Schweiz eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Zerbeulte Autos, beschädigte Dächer, zerstörte Fassaden.
Doch für manche Bauern geht es um weit mehr: Um ihre Ernte – und damit um ihre Existenzgrundlage.
Auf dem Wochenmarkt am Bürkliplatz in Zürich macht ein Schild auf die Folgen des Unwetters aufmerksam. Der Hagelschlag hat den Betrieb von Gemüsebauer Adrian Schlatter stark getroffen: «Aus diesem Grund haben wir in den kommenden Wochen ein stark reduziertes Angebot», ist zu lesen.
Der Gemüsebauer beschreibt das Elend in einem Wort: «Bitter.»
Besonders «bitter»: 20’000 Franken hat Schlatter diesen Sommer allein für Wasser ausgegeben, damit sein Gemüse trotz der trockenen Bedingungen wachsen kann. Dann kamen die Hagelkörner. Und das Wässern war «für nüt», so der Bauer.
In fünf Minuten «zusammengehagelt»
Innerhalb von nur fünf Minuten wurde zunichtegemacht, was über Wochen und Monate aufgebaut worden war. «Zusammengehagelt», wie Schlatter es beschreibt.
So ziemlich alle Treibhäuser wurden zerstört, berichtet der Bauer. Salat und Gemüse kamen ebenfalls nicht glimpflich davon.
Für die kommenden Wochen bedeutet das: Schlatter kann einen grossen Teil seiner Ernte nicht verkaufen.
«50’000 bis 60’000 Franken»
Der finanzielle Schaden ist entsprechend happig. «50’000 bis 60’000 Franken» Einbussen erwartet der Gemüseproduzent.
Und das ist noch nicht alles. Dazu kommen die Reparaturkosten für die zerstörten Treibhäuser.
Wie hoch diese ausfallen, kann Schlatter derzeit noch nicht genau sagen. Er rechnet aber mit weiteren «50’000 bis 60’000 Franken».

Noch fehlen allerdings genaue Zahlen. Schlatter habe noch nicht alle Versicherungen und auch noch nicht alle Handwerker erreicht. «Die sind alle total überlastet.»
Braucht kein Mitleid
Auf dem Markt spürt Schlatter viel Mitgefühl. Die Leute hätten «Mitleid», erzählt er.
Doch das braucht der Bauer nicht. «Muss ich nicht unbedingt haben», sagt er bescheiden. «Ist unser Risiko, das wir tragen.»
Und trotz allem bleibt Schlatter gelassen. Denn zumindest einen Teil der beschädigten Ware kann er noch verkaufen. Das ist nicht für alle Bauern selbstverständlich.
Wer seine Produkte an Grossbetriebe liefert, hat es laut Schlatter deutlich schwerer: «Die haben bedeutend mehr Mühe.»
Trotzdem, was noch auf Schlatters Feld steht, ist teilweise so stark beschädigt, dass es «unverkäuflich» ist.
Kürbisse werden noch verkauft
Eine Ausnahme bilden einige Kürbisse. Die haben den Hagel ebenfalls abbekommen – und weisen «zwei bis drei Zentimeter tiefe Löcher» auf. Optisch alles andere als perfekt, aber offenbar noch zu retten.
Bei Kabis, Blumenkohl und Brokkoli sieht es dagegen düster aus. Da handle es sich wahrscheinlich um einen «Totalschaden.»

Was bleibt, ist die Hoffnung auf gutes Wetter. Denn je schneller die Pflanzen nachwachsen, desto schneller kann er wieder Gemüse auf den Markt bringen. «Und so können wir hoffentlich bald schon wieder etwas Salat verkaufen.»
Schlatter bleibt trotz Hagelschlag und hohen Kosten durch und durch positiv: «Was soll ich? Trübsal blasen?» Das kommt für den Bauern nicht in Frage.
«Das Leben geht weiter», meint er – und lächelt in die Kamera.

















