Stadt Luzern

Hooligan-Initiative im Luzerner Kantonsrat ohne Chance

Keystone-SDA Regional
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Luzern,

Der Luzerner Kantonsrat will ein stärkeres Vorgehen gegen Hooligans. Er setzt dabei aber auf Massnahmen, welche Luzern alleine umsetzen kann.

Die kantonale Mitte-Partei fordert mit ihrer Volksinitiative «Fan-Gewalt stoppen!» unter anderem verpflichtende Identitätskontrollen beim Stadion-Eintritt. (Archivfoto)
Die kantonale Mitte-Partei fordert mit ihrer Volksinitiative «Fan-Gewalt stoppen!» unter anderem verpflichtende Identitätskontrollen beim Stadion-Eintritt. (Archivfoto) - Keystone/URS FLUEELER

Das Parlament sprach sich deswegen am Montag mit 76 zu 33 Stimmen gegen die Volksinitiative «Gegen Fan-Gewalt» der Mitte aus und unterstützte den von der Regierung ausgearbeiteten Gegenentwurf mit 115 zu 0 Stimmen. Die Mitte gab bereits bekannt, dass sie die Volksinitiative nicht zurückziehen werde.

Die Volksinitiative war vom Parlament schon 2024 für teilweise ungültig erklärt worden. Sie fordert in ihren gültigen Teilen Massnahmen wie Identitätskontrollen oder personalisierte Tickets, Videoüberwachung oder Kontrollen bei Fantransporten.

Der Gegenentwurf sieht vor, Veranstalter stärker in die Pflicht zu nehmen, Prävention und Dialog zu fördern sowie die Videoüberwachung bei Fanmärschen und beim Stadioneinlass gesetzlich zu verankern. Er verzichtet auf Massnahmen, die nur national koordiniert Wirkung entfalten können, wie die Parlamentsmehrheit zustimmend bemerkte. Dazu gehören ID-Kontrollen und personalisierte Tickets.

Ursula Berset (GLP) sagte, hier brauche es nationale Lösungen, eine kantonale Lösung bringe nichts. Die Ausschreitungen vom Sonntag hätten mit ID-Kontrollen nicht verhindert werden können, sagte Eva Forster (FDP).

Daniel Rüttimann verteidigte aber namens der Mitte das Volksbegehren. Sportveranstaltungen sollten Orte des Miteinanders sein, sagte er. Der Gegenvorschlag bringe zwar Verbesserungen, aber keinen Systemwechsel.

Mario Bucher (SVP) sagte dagegen, die Initiative sei gut gemeint, rechtlich aber mangelhaft konstruiert. Sie sei reine Symbolpolitik. Anja Meier (SP) begrüsste am Gegenvorschlag, dass die Clubs stärker in die Pflicht genommen werden.

Rahel Estermann (Grüne) unterstützte den Gegenvorschlag ebenfalls, sie störte sich aber daran, dass bei Hochrisikospielen nicht nur der Einlass ins Stadion, sondern auch Fanmärsche von der Polizei per Video sollen überwacht werden können. Ihr Änderungsantrag wurde aber mit 98 zu 17 Stimmen abgelehnt.

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