Grossratsmitglieder weibeln für Sanierung des Berner Kunstmuseums
Ein breit abgestütztes Komitee mit Grossratsmitgliedern aus acht Parteien setzt sich für die geplante Sanierung des Kunstmuseums Bern ein. Das Sanierungsprojekt wird emotional diskutiert, das Für und Wider zieht selbst mitten durch Parteien Gräben.

Der historische Stettlerbau des Kunstmuseums soll saniert und für den bestehenden Atelier-5-Bau ein Neubau errichtet werden. Das Gebäude an der Hodlergasse 6 soll ebenfalls saniert werden.
Die Gesamtkosten werden auf etwas mehr als 147 Millionen Franken geschätzt. Der Grosse Rat hatte im September 2025 für die Projektierung des Vorhabens 15,7 Millionen Franken klar mit 91 zu 44 Stimmen bei 16 Enthaltungen genehmigt. Gegen diesen Beschluss ergriffen Politiker aus SVP, EDU und GLP erfolgreich das Referendum. Sie führen vor allem die ihrer Ansicht nach überrissenen Kosten ins Feld.
Grossratsmitglieder aller Parteien, also auch solche aus SVP, EDU und GLP, haben nun ein Komitee gegründet, das sich im Abstimmungskampf für das Sanierungsprojekt einsetzen will.
Ein Ja zur Vorlage stärke den Kanton Bern kulturell, wirtschaftlich und gesellschaftlich, schreibt das Komitee in einer Mitteilung vom Dienstag. Die private Beteiligung von über 50 Millionen Franken sei herausragend und dürfe nicht einfach verspielt werden. Unter anderem engagiert sich auch der Mäzen Hansjörg Wyss mit 30 Millionen Franken.
Auch die Stadt Bern beteilige sich substanziell am Projekt, indem sie unter anderem das Gebäude an der Hodlerstrasse 6 unentgeltlich zur Verfügung stelle, während 80 Jahren auf Baurechtszins verzichte und Millionenbeträge an die Verkehrsinfrastruktur im Umfeld des Museums leiste.
Die Sanierung sichere die Zukunft des Museums für Jahrzehnte, hält dass Komitee weiter fest. «Wer jetzt blockiert, gefährdet eine Kulturinstitution von nationaler Bedeutung und ein Stück Berner Identität», schreibt das Komitee. Es bezeichnet das Referendum als «Zwängerei».
Das Komitee ruft in Erinnerung, dass sich vor 150 Jahren der Maler Albert Anker im Grossen Rat für die Gründung des Kunstmuseums eingesetzt hatte. 150 Jahre später stehe Bern erneut vor einem wegweisenden Entscheid. Die Vorlage «Zukunft Kunstmuseum Bern» führe das Erbe Albert Ankers fort – sie bewahre, erneuere und öffne das Museum für kommende Generationen.






