Grösserer Umbruch im Bündner Parlament steht an
Am Sonntag wird das 120-köpfige Bündner Parlament neu gewählt. Ein Fünftel der bisherigen Parlamentarierinnen und Parlamentarier tritt nicht mehr zu den Wahlen an, wie eine Auswertung der Wahllisten der Parteien zeigt.

Das Interesse an einem Sitz im kantonalen Parlament ist bei diesen Wahlen so gross wie noch nie. 522 Personen bewerben sich für die 120 Sitze im Grossen Rat. Bei den Wahlen 2022 buhlten 491 Kandidierende um ein Mandat.
Die grosse Auswahl hängt auch mit dem Wahlsystem zusammen. Zum zweiten Mal werden die Sitze in Graubünden im Doppelproporz vergeben. Das bedeutet: Den Parteien werden zuerst auf kantonaler Ebene die Sitze entsprechend ihrem Wähleranteil zugewiesen. In der Folge werden die Sitze auf die Listen in den einzelnen Wahlkreisen verteilt.
Für die Parteien heisst das, dass es sich lohnt, in möglichst vielen Kreisen Kandidierende aufzustellen, um Stimmen für die kantonale Verteilung zu sammeln. Vor den Wahlen 2022 wählte Graubünden sein Kantonsparlament in einem Majorzsystem.
Der Wahlsystem-Wechsel führte 2022 zu grösseren Verwerfungen. Die Polparteien SVP (plus 16) und SP (plus 9) gewannen viele Sitze hinzu, die FDP (minus 9) und die Mitte (minus 19) mussten Federn lassen.
Aktuell hält die Mitte 34 Sitze, die FDP 27 – ebenso wie die SP und die Grünen, die aktuell eine Fraktion bilden. Die SVP vereint 25 Sitze auf sich, die GLP deren 7.
Bei den anstehenden Wahlen treten die Grünen anders als vor vier Jahren alleine an. Sie wollen Fraktionsstärke (fünf Sitze) erreichen. Die restlichen Parteien möchten mindestens ihre heutige Sitzzahl beibehalten oder im Falle der SVP fünf Sitze zulegen.










