Zu teuer! Kein Gratis-ÖV für Kinder und Jugendliche im Aargau
Die Aargauer Regierung lehnt Gratis-ÖV für Kinder und Jugendliche ab. Es ist zu teuer und zu kompliziert.

Bahn und Bus werden im Aargau für Kinder und Jugendliche nicht gratis: Dies ist der Regierung zu teuer und zu kompliziert. Sie setzt stattdessen auf bestehende Angebote und Vergünstigungen, wie sie in einer Antwort auf eine Interpellation festhält.
Ein Gratis-ÖV für Kinder und Jugendliche würde den Kanton massiv belasten, wie der am Freitag veröffentlichten Antwort zu entnehmen ist. In der Maximalvariante, wenn alle 6- bis 16-Jährigen kostenlos ein Generalabonnement erhielten, wäre mit Kosten von 130 Millionen Franken im Jahr zu rechnen. Damit würde sich der heutige kantonale Aufwand für den öffentlichen Verkehr verdoppeln.
Die Umsetzung wäre gemäss Regierung zudem sehr aufwendig: Entweder müsste der gesamte ÖV im Kanton für alle Kinder – auch für Durchreisende – gratis sein, oder es bräuchte spezielle Abos nur für Aargauer Jugendliche. Beides würde neue Tarifsysteme und Verhandlungen mit Transportverbünden und -Unternehmen erfordern.
Billigmodelle würden hohe Kosten verursachen
Die Erfahrungen anderer Kantone wie Genf oder Basel-Stadt zeigten, dass Gratis- oder Billigmodelle hohe Kosten verursachen würden und nur in städtischen Strukturen sinnvoll seien, schreibt die Regierung.
Der Regierungsrat sieht zudem keinen volkswirtschaftlichen Nutzen. Gratis-ÖV widerspreche dem Prinzip der Kostenwahrheit und könnte zu einer Übernutzung führen.
Viel wichtiger sei es, Jugendliche früh an den öffentlichen Verkehr heranzuführen – etwa mit bestehenden Angeboten wie der Juniorkarte, dem GA-Night oder Verbundabos.