Trump will Kriegsende in zwei bis drei Wochen – Experte zweifelt
Donald Trump sagt, der Krieg mit dem Iran könne in «zwei, drei Wochen» enden. Ein Experte erklärt, warum er zweifelt.

Das Wichtigste in Kürze
- Trump sagt, der Krieg mit dem Iran könne «in 2–3 Wochen» beendet sein.
- Ein US-Rückzug würde das iranische Regime schwächen, aber nicht destabilisieren.
- Auch die Strasse von Hormus bleibt nach einem US-Abzug kommerziell riskant.
US-Präsident Donald Trump hat einmal mehr mit grossen Worten angerichtet. Der Krieg mit dem Iran könnte «innerhalb von vielleicht zwei Wochen, vielleicht ein paar Tage länger» beendet sein.
Ob ein Abkommen zustande kommt oder nicht, sei «irrelevant». Zuvor will der US-Präsident das Land noch «zwei bis drei Wochen hart angreifen und in die Steinzeit zurückwerfen».
Damit vermittelt Trump den Eindruck, die USA könnten die militärische Auseinandersetzung nach eigenem Zeitplan abwickeln. Eine Einschätzung, die Experten als unrealistisch bewerten.
Donald Trump spricht vom Ende, die Armee wird weiter aufgebaut
Hans-Jakob Schindler von der Anti-Extremismus-Organisation Counter Extremism Project erklärt: «Die aktuellen Statements deuten darauf hin, dass die US-Administration vielleicht einen Weg aus dem Konflikt definieren möchte.»
Gleichzeitig würden aber weiterhin der Aufbau von Spezialkräften und Luftlandetruppen in der Region laufen. «Es besteht also nach wie vor die Möglichkeit einer Eskalation.»
Mit anderen Worten: Während Donald Trump von einem schnellen Sieg spricht, bereitet das Militär weiter Operationen vor, die den Konflikt verlängern könnten.

Geht es Donald Trump bei seinen Aussagen also vor allem darum, die Märkte zu beruhigen? Schindler: «Meiner Einschätzung nach sind Teile der Aussagen auch mit dem Blick auf die Märkte hin getätigt worden.»
Die militärische Situation und die Aussagen passten logisch nicht wirklich zueinander. «Daher gehe ich davon aus, dass der beruhigende Einfluss auf die Märkte nur sehr temporärer Natur sein wird.»
Ein Rückzug der USA in zwei bis drei Wochen würde den Iran zwar schwächen, meint Schindler. «Aber das Regime bliebe weiterhin funktionsfähig an der Macht.»
Das Land könnte sein Drohnen- und Raketenprogramm wieder aufbauen. Und zusätzlich die Beziehungen zu seinen Verbündeten wie Hisbollah, Hamas oder irakischen Schiitenmilizen aufrechterhalten.
«Gleichzeitig ist zu erwarten, dass das Regime Rache an der eigenen Opposition nimmt. Was wiederum zu Migration und politischen Spannungen führen dürfte.»
Auch die Entwicklung hin zu einer Nuklearwaffe könnte beschleunigt werden. Und die Störungen des Schiffsverkehrs in der strategisch wichtigen Strasse von Hormus könnten weiterhin als politisches Druckmittel eingesetzt werden.
Schindler warnt deshalb: «Mittelfristig wird erneut eine Militäraktion notwendig sein, um das Drohnen-, Raketen- und Nuklearprogramm zurückzusetzen.»
Ölpreise werden auch bei einem Kriegsende vorläufig hoch bleiben
Selbst die Strasse von Hormus würde nach einem US-Rückzug nicht automatisch wieder sicher für den internationalen Schiffsverkehr sein.
Zwar könnten Schiffe sie technisch sofort passieren, kommerziell bleibt die Durchfahrt aber teuer. Denn Versicherer müssten das Risiko weiterer Angriffe weiterhin einkalkulieren.
Hinzu kommt, dass die Ölproduktion in der Golfregion nach dem Konflikt Zeit brauchen wird, um auf volle Kapazität zu kommen.

Schäden an Anlagen, verzögerte Förderungen in den Ölfeldern und weiterhin bestehende Unsicherheiten im Transport: All dies lässt erwarten, dass die Energiepreise mittelfristig hoch bleiben werden.
Selbst wenn der Konflikt endet, dürfte es also Wochen bis Monate dauern, bis sich Angebot und Transport stabilisiert haben.
Ein schneller Rückzug, wie von Donald Trump angekündigt, löst die geopolitischen Probleme also nicht. Sondern verschiebt sie einfach in die Zukunft.














