Druck der Wildtiere auf den Wald nimmt im Kanton Bern weiter zu
Wildtiere wie Rehe, Rothirsche oder Gämsen machen den Berner Wäldern immer mehr zu schaffen. Ein zweijährliches Wildeinflussgutachten bestätigt im Kanton Bern den negativen Trend der vergangenen Jahre.

Untersucht wird in dem Gutachten, ob sich der Wald genügend verjüngen kann. Nur ein sich stetig verjüngender Wald sei stabil, vielfältig und klimaresistent, schreibt die kantonale Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion in einer Mitteilung vom Mittwoch. Das Gutachten dient als Grundlage für jagdliche und waldbauliche Massnahmen.
Flächen, die sich genügend verjüngen, werden in dem Gutachten als tragbar bezeichnet. Daneben gibt es kritische Flächen und untragbare Flächen.
Der Anteil tragbarer Flächen ist laut Gutachten weiter gesunken. Gleichzeitig haben kritische Flächen zugenommen. Der Anteil untragbarer Flächen hat im Mittelland gebietsweise abgenommen, im Oberland hat er weiter zugenommen. Über den Gesamtkanton gesehen ist er in etwa stabil.
Im Jahr 2015 betrug der Anteil tragbarer Flächen noch 63 Prozent, aktuell liegt er bei 41 Prozent. Die kritischen Flächen stiegen im selben Zeitraum von 27 auf 41 Prozent an und die untragbaren Flächen von 10 auf 18 Prozent.
Dabei ist der Wildeinfluss regional sehr unterschiedlich. In den Alpen nehmen vor allem die untragbaren Flächen zu. Im Jura und den Voralpen bleibt diese Situation weitgehend unverändert.
Wildtiere wie Rehe, Hirsche oder Gämsen können dem Wald etwa durch das Abfressen junger Triebe oder das Abreissen von Baumrinde schaden. Zentral ist in diesem Zusammenhang für den Kanton eine gezielte Jagdsteuerung.
Im Jahr 2025 konnten 1323 Rothirsche erlegt werden – rund ein Viertel mehr als 2023. Damit wurden die jagdplanerischen Ziele grossmehrheitlich erreicht.
Doch auch die Waldbesitzer können zur Schadensminderung beitragen, etwa durch Zäune oder mit chemischen Mitteln. Solche Massnahmen sind aber unter Umständen aufwändig im Unterhalt und verursachen gewisse Kosten.






