«Die Schweiz kann keine Insel im Herzen Europas sein»

Chérine Gurtner
Chérine Gurtner

Bern,

Die «Allianz funktionierende Schweiz» lanciert in Bern den Abstimmungskampf gegen die «Chaosinitiative». Sie warnt vor fehlenden internationalen Fachkräften.

chaos-initiative
Beat Imhof (Präsident GastroSuisse), Melanie Mettler (Berner Gemeinderätin), Pascal Bärtschi (CEO Losinger Marazzi), Hendrik Schoop (Direktor Handels- und Industrieverein des Kantons Bern, Berner Handelskammer), Alexandre Fasel (Staatssekretär des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten [EDA]), Franco Rappa (Berner Grossrat, die Mitte), Peter Stämpfli (Präsident Fokus Bern und VRP Stämpfli AG). - zVg

Die «Allianz funktionierende Schweiz» hat in Bern ihren Abstimmungskampf gegen die sogenannte Chaosinitiative lanciert. Sie warnt: Ohne internationale Fachkräfte würde vieles in der Schweiz nicht mehr reibungslos funktionieren.

2,5 Millionen Menschen essen in der Schweiz täglich in einem Gastrobetrieb. Damit dort gekocht, serviert und gearbeitet werden kann, braucht das Gastgewerbe rund 270'000 Beschäftigte.

Viele von ihnen kommen aus dem Ausland. Genau das steht aus Sicht der «Allianz funktionierende Schweiz» bei der Annahme der sogenannten Chaosinitiative auf dem Spiel.

Alexandre Fasel
Alexandre Fasel, Staatssekretär des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA). - zVg

Mit einem öffentlichen Anlass in Bern hat die Allianz am Freitag, 8. Mai 2026, ihren Abstimmungskampf gegen die Initiative lanciert. Mit dabei: Alexandre Fasel, Staatssekretär des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

In seinem Input-Referat betonte er: «Die Schweiz kann keine Insel im Herzen Europas sein.» Herausforderungen beim Wohnen, im öffentlichen Verkehr oder bei der Infrastruktur müssten ernst genommen werden.

Abschottung sei aber keine Lösung. «Ohne Zuwanderung und qualifizierte Arbeitskräfte gibt es keinen Fortschritt und weniger Wohlstand», sagte Fasel.

Allianz
Besonders stark betroffen wären gemäss Allianz zentrale Branchen wie Gastronomie, Bau und Gesundheitsversorgung. - zVg

An der anschliessenden Diskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft wurde deutlich, welche Folgen die Initiative für den Alltag und den Fachkräftemangel haben könnte.

Pascal Bärtschi, CEO von Losinger Marazzi, betonte: «Unabhängig davon, ob die Wirtschaft weiterwächst oder nicht: Der Bedarf an Fachkräften bleibt hoch – und wird durch den demografischen Wandel zusätzlich verschärft.»

Befürwortest du die Nachhaltigkeits-Initiative der SVP?

Bereits heute habe insbesondere die Bau- und Immobilienbranche grosse Mühe, genügend qualifizierte Mitarbeitende zu finden. Besonders stark betroffen wären gemäss Allianz zentrale Branchen wie Gastronomie, Bau und Gesundheitsversorgung.

Dies zeigt sich besonders in der Medtech-Branche: Rund 72'000 Beschäftigte in 1400 Unternehmen produzieren über 500'000 Medizinprodukte und leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur Schweizer Gesundheitsversorgung.

Mit einem öffentlichen Anlass in Bern hat die Allianz am Freitag, 8. Mai 2026, ihren Abstimmungskampf gegen die Initiative lanciert.
Mit einem öffentlichen Anlass in Bern hat die Allianz am Freitag, 8. Mai 2026, ihren Abstimmungskampf gegen die Initiative lanciert. - zVg

Die Allianz wird unter anderem von GastroSuisse, der Swiss Retail Federation und Swiss Medtech getragen. In den kommenden Wochen sollen weitere Unterstützerinnen und Unterstützer dazustossen.

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Kommentare

User #1507 (nicht angemeldet)

Die Gegner der Initiative haben keine stichhaltigen Argumente welche für ein Nein sprechen würden. Es wird immer wieder der Fachkräftemangel aufgeführt. Dieses Argument kann einfach widerlegt werden. Hatten wir bei 7 Millionenen in den 80er Jahren einen Fachkräftemangel. Ja klar den gab es auch damals schon. Und auch in den 50 iger Jahren auf dem Bau wurden DüFachkräfte importiert. Im Unterschied zu heute aber gesteuert. Heute strömen ungebremst und unkontrolliert Menschen in die Schweiz. Netto so viel wie die zweitgrösste Zürcher Stadt Winterthur. Es ist ein Perpetum Mobile. Mehr Menschen brauchen mehr Wohnraum. Mehr Infrastruktur, mehr von Allem. Darum müssen wir wieder dafür sorgen können dass wir sie Richtigen und dies kontrolliert reinholen. Das Scheinargument mit der AHV ist nur kurzfristig ein gewisser Vorteil. Auch die heutigen Zahler werden in‘s Pensionsalter kommen. Dann wird die AHV Kasse erst recht geleert. Was die Gegner unterschlagen ist die Tatsache dass auch bei Annahme der Initiative immer noch 45‘000 Menschen pro Jahr einwandern können. Bei den BII versprach Bundesbern es wären ca. 8‘000 zusätzlich pro Jahr. Daran sieht man dass wir angelogen werden. Darum und aus vielen weiteren Gründen ein überzeugtes Ja zur Nachhaltigkeitsinitiative.

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